Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 22.06.2018


Bezirk Kitzbühel

Knappes Angebot und große Nachfrage

Die Immobilienverkäufe im Bezirk Kitzbühel sind rückläufig, die Preise steigen. Es gibt aber auch die normale Preislage im Bezirk.

© Harald AngererAuch wenn die Immobilienpreise teils in die Millionen Euro gehen, gibt es nach wie vor leistbare Wohnungen und Einfamilienhäuser im Bezirk Kitzbühel.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – „Es gibt zu wenig Angebot am Markt“ – das sagte Bernhard Reikersdorfer, Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft RE/MAX im Zuge einer Pressekonferenz am Mittwochabend. Nach 18 Jahren kehrt das Unternehmen wieder mit einem eigenen Büro nach Kitzbühel zurück, die Zielgruppe ist dabei mit dem Namenszusatz „Premium“ klar.

Bei der Eröffnung gaben Reikersdorfer und der Leiter des Kitzbüheler Büros, Christian Pfurtscheller, einen interessanten Einblick in die Immobiliensituation im Bezirk Kitzbühel. Pfurtscheller lässt dabei mit einer Aussage aufhorchen: „Kitzbühel unterscheidet sich nicht von anderen Gebieten“, ist er überzeugt. Denn das Preisgefüge sei sehr ausgewogen, abgesehen von den Spitzenimmobilien. Diese Top-Verkäufe würden den Schnitt nach oben ziehen. Wie etwa die teuerste Immobilie im Bezirk im Jahr 2017, ein Einfamilienhaus in Aurach um 13,5 Millionen Euro.

Bei den Transaktionen gebe es aber einen deutlichen Rückgang. So verbuchte man im Jahr 2016 im gesamten Bezirk 1221 Verkäufe, im Jahr 2017 waren es lediglich 975. Das lässt aber auch die Preise steigen. „Wir haben wenig Angebot und eine größer werdende Nachfrage, das treibt den Preis nach oben“, schildert Reikersdorfer. So ist der Durchschnittspreis bei Eigentumswohnungen im Bezirk von 273.000 Euro im Jahr 2014 auf 351.000 Euro im Jahr 2017 gestiegen.

„Unser Hauptkunde ist der Einheimische und die meisten Wohnungen, die gekauft werden, liegen unter 400.000 Euro“, so Pfurtscheller. Seit einem Jahr ist man auch in St. Johann angesiedelt und hat über 100 Transaktionen abgewickelt, diese würden ein klares Bild ergeben. Reikersdorfer und Pfurtscheller weisen darauf hin, dass es deshalb sehr wohl ein gutes Angebot für Einheimische gebe.

Gut 80 Prozent der Kunden kommen aus dem Bezirk, lediglich 20 Prozent kommen von außerhalb oder aus dem Ausland. Vor allem außerhalb Kitzbühels gebe es Gebiete, die sich sehr gut entwickeln, wie das Brixental und das Pillerseetal. „Aber auch in Waidring gibt es vermehrt interessante Liegenschaften“, schildert der Immobilienmakler.

Die Immobilienexperten räumen allerdings ein, dass für Einheimische nicht immer dort Immobilien frei sind, wo es gewünscht ist. So kommt es vor, dass Kitzbüheler nach St. Johann abwandern und St. Johanner nach Kirchdorf. „Es gibt die Immobilien, aber nicht immer genau dort, wo der eine oder andere Kunde es will“, sagt Reikersdorfer.

Beratungsbedarf gibt es bei den Verkäufern von Liegenschaften, die Erwartungen seien oftmals zu hoch. Deshalb lasse man immer einen Sachverständigen das Objekt schätzen. „Es macht keinen Sinn, wenn wir das Objekt dann 30 Prozent zu teuer anbieten“, erklärt Pfurtscheller. Kaum einen Markt gebe es für Grundstücke im Bezirk. Diese seien so gut wie nicht erhältlich.

Bestrebungen der Politik, der illegalen Zweitwohnsitz-Problematik Herr zu werden, begrüßt Pfurtscheller. „Die Problematik hat auch einen negativen Einfluss auf unsere Branche. Denn wir brauchen gesundes Wachstum“, sagt der Makler. Beim Verkauf werde jeder Käufer informiert, welche Nutzung möglich ist, betont er.