Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 22.06.2018


Exklusiv

Landes-Holding für Marke Tirol: Lob und Zweifel

© TT/Thomas Böhm(Symbolbild)



Innsbruck – Für intensive Diskussionen vor allem in allen betroffenen Bereichen und Institutionen sorgte der gestrige TT-Exklusivbericht über die schon bald geplante Zusammenfassung von Tirol Werbung, Agrarmarketing und Standortagentur Tirol unter dem Dach der Holding Lebensraum Tirol 4.0 GmbH. Demnach sollen die drei Institutionen zwar erhalten bleiben, die strategische Führung soll allerdings bei der Holding (die an allen Gesellschaften eine Mehrheit hat) liegen. Für die Holding solle ein neuer hauptamtlicher Chef per Ausschreibung gesucht werden, der derzeitige ehrenamtliche Geschäftsführer, Ex-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, soll Vorsitzender des Beirats werden.

LH Günther Platter meinte gestern zu den Plänen: „Es stimmt, dass wir aktuell darüber diskutieren, wie wir die Institutionen Tirol Werbung, Agrarmarketing und Standortagentur noch enger miteinander vernetzen können. Dabei wollen wir Vernetzung schaffen, Synergien nutzen und Einsparungen in einer klaren, schlanken Struktur erreichen.“ Genaue Details werde man bei einer der nächsten Regierungssitzungs-Pressekonferenzen bekannt geben.

Die NEOS stehen den Holding-Plänen des Landes positiv gegenüber. Für Klubobmann und Tourismussprecher Dominik Oberhofer sei es jedoch wichtig, dass es Einsparungen gibt und dass die politische Einflussnahme der Landesregierung dadurch reduziert und nicht erhöht werde. Es brauche auch Entlastungen. Von der Tiroler Wirtschaft kämen 62 Mio. Euro an Tourismusbeiträgen, von Internetriesen wie Amazon hingegen kein Cent.

Für den Obmann der Tiroler Tourismusverbände, Alfons Parth, ist die Holding-Idee des Landes grundsätzlich positiv. Die Details der geplanten Umstrukturierung werde man sich noch anschauen und diskutieren. Wichtig sei jedenfalls, dass auch in den Gremien der Holding Praktiker und Experten aus dem Tourismus maßgeblich mitberücksichtigt werden, da es um die Weiterentwicklung der Marke Tirol gehe, sagt Parth. (va)




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