Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 28.07.2018


Bezirk Schwaz

Frei auf der Alm, im Stall angebunden

© MoserMelken auf der Junsalm.Foto: Moser



Tux – Eine ganzjährige „freie“ Haltung mit Auslauf wird für Rinder von vielen Seiten gefordert. Christian Moser von der Landwirtschaftskammer in Schwaz sagt, dass diese Forderungen vonseiten der kleinstrukturierten Landwirtschaft in Tirol nicht erfüllbar bzw. die Errichtung eines Laufstalles für viele nicht finanzierbar sei.

Am Beispiel Junsalm im Tuxertal versucht Moser zu veranschaulichen, dass die Bewirtschaftung des Berggebietes mit der Almwirtschaft nur in Kombination mit Anbindehaltung am Heimbetrieb möglich ist. Die Junsalm umfasst ein Gebiet von rund 800 Hektar, von dem zwölf Hektar gemäht werden. Aktuell bewirtschaften vier Almbauern die Alm. 120 Milchkühe aus 16 Betrieben und 80 Stück Jungvieh werden gealpt. Die gesamte Milch wird in der eigenen Almsennerei „Stoankasern“ zum Junsberger Almbergkäse verkäst. Das Besondere an der Junsalm ist, dass die Tiere den größten Teil des Sommers auf über 2000 Metern Seehöhe verbringen. Rund zwei Monate sind die Tiere aufgrund der Weite des Geländes ständig im Freien. Drei bis vier Wochen verbringen die Kühe auf den beiden Melkplätzen „Kapfer“ und „Gruabn“ auf über 2300 Metern Seehöhe. „Die Melkplätze der Junsalm sind wahrscheinlich unter den höchsten in Europa. Die Umweltverhältnisse und Wetterbedingungen sind hier für Mensch und Tier eine große Aufgabe“, sagt Moser.

Die 16 Bauern würden alle am Heimbetrieb ihre Tiere in der Anbindehaltung mit Auslauf und Alpung halten. „Das Beispiel Junsalm zeigt, dass die Bewirtschaftung des extremen Berggebietes nur in Kombination mit Anbindehaltung auf Dauer gesichert ist“, betont Moser. (TT)