Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 01.08.2018


Bezirk Landeck

Radweg-Macher müssen aus dem Sattel steigen

Planer und TVB-Projektkoordinator des Talkessel-Radweges verabschieden sich unfreiwillig. Infos der bisherigen Projektpartner sind für Freitag angekündigt.

© WenzelDer seit Jahren geplante Radweg Landeck – Zams bleibt mit Hürden gepflas-
tert – wobei die Hürden offenbar in der Kommunikation liegen.



Landeck, Zams – Hinter verschlossenen Türen bahnen sich Rochaden an – in Zusammenhang mit dem seit Jahren geplanten Millionenprojekt Radwegenetz Landeck – Zams. Wie berichtet, haben die beiden Gemeinden sowie der TVB Tirol-West mehrfach ein Bekenntnis zum gemeinsamen Projekt abgelegt. Wobei die Gesamtkosten von mehr als zehn Mio. Euro derzeit nur ein Randthema sind.

Von offizieller Seite sind zu den Rochaden bisher nur Bruchstücke durchgesickert. So viel steht fest: Zumindest für Planer Helmut Kofler aus Tösens und Projektkoordinator Günter Kramarcsik aus Landeck sind die Neuigkeiten alles andere als erfreulich. Beide waren mehrere Jahre im Auftrag des TVB Tirol-West tätig. Unabhängig von ihren Vorleistungen steigen Kofler und Kramarcsik dieser Tage unfreiwillig aus dem Sattel und haben – nach eigenen Angaben – mit dem Talkessel-Projekt nichts mehr zu tun.

Die Bürgermeister von Land­eck und Zams, Wolfgang Jörg und Siggi Geiger, sowie TVB-Obmann Konrad Geiger halten Infos zur Sache bzw. Stellungnahmen vorerst zurück, wie alle drei zu Wochenbeginn klarstellten. Am Freitag soll die weitere Vorgangsweise der bisherigen Projektpartner erläutert werden.

Kofler, der u. a. als Planer des Via-Claudia-Radweges von Prutz nach Nauders viel Lob erntete, bedauert die Entscheidung. „Der TVB-Obmann hat mir kürzlich telefonisch mitgeteilt, dass mir der Verband derzeit keine weiteren Aufträge geben kann.“ Begründung: Der TVB agiere nicht mehr als Projektträger für das Vorhaben. Auf TT-Nachfrage gestern Dienstag wollte Obmann Geiger die Begründung weder bestätigen noch dementieren. „Ich bitte um Verständnis, Infos gibt es am Freitag.“

Den unfreiwilligen Ausstieg von Kofler und Kramarcsik eingefädelt habe Landecks Planungsausschussobmann Vize-BM Thomas Hittler. Er habe das Projekt „über Jahre verzögert und Hinhaltetaktik betrieben“, kritisieren die beiden. Wiederholt wurden Nachbesserungen verlangt, „die wir prompt geliefert haben“. Hittler habe auch ins Treffen geführt, mit Leuten, die eine Gemeinde klagen, wolle er nicht zusammenarbeiten. Kofler stellte dazu klar: „Ich habe zwar eine Beschwerde gegen die Gemeinde Tösens eingebracht, nicht eine Klage.“ Kramarcsik sagte: „Seltsam. Es ist noch nicht lange her, als der Landecker Bürgermeister unsere Vorleistungen zum Projekt lobend hervorgehoben hat.“

Den Vorwurf, er betreibe Verzögerungstaktik, ließ Vize-BM Hittler nicht auf sich sitzen: „Die beiden haben nie das geliefert, was die Stadt haben wollte. Sie haben am Projekt vorbeigeplant. Ihre Vorgangsweise gefällt mir nicht, da kann man nicht einverstanden sein.“ (hwe)




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