Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.08.2018


Bezirk Schwaz

Europahaus-Führung bleibt in weiblicher Hand

Die Innsbruckerin Stefanie Thurner ist neue Geschäftsführerin des Europahauses, das Ines Kammerlander aus den roten Zahlen brachte.

© DählingStefanie Thurner übernimmt ab 1. September die Europahaus-Geschäftsführung von Ines Kammerlander (r.). Derzeit wird sie eingearbeitet.



Von Angela Dähling

Mayrhofen – Fast sieben Jahre lang war die Gerloserin Ines Kammerlander Geschäftsführerin des Europhauses. Seit 2005 dort beschäftigt, übernahm sie ab 1. Jänner 2012 die Führung des Hauses von Hannes Pramstraller. Jetzt ist Zeit für was Neues und einen längeren Urlaub. „Gekündigt habe ich schon vor einem Jahr, wissend, dass es Zeit braucht, bis man den richtigen Nachfolger findet“, sagt sie. Sie habe gesät und geerntet. Geerntet hat sie Erfolg und Respekt. „Sie hat das Haus aus den roten Zahlen geholt und ist dessen Mutter und Seele, weil sie ein Gefühl für die Menschen hat und sich nicht zu schade war, selbst das Bier bei Veranstaltungen zu zapfen“, sagt Bürgermeisterin Monika Wechselberger. Das Haus gehört je zur Hälfte der Gemeinde und dem Tourismusverband. Kammerlander setzte vor allem auf Seminare und Kongresse – und erwirtschaftete 2017 rund drei Millionen Euro Wertschöpfung für die Region.

Sechs Bewerber (davon vier Frauen) gab es für ihre Position. Die Wahl fiel schließlich auf die Innsbruckerin Stefanie Thurner. Die 36-Jährige konnte im MICE-Bereich punkten. MICE steht für die Organisation und Durchführung von Tagungen (Meetings), von Unternehmen veranstalteten Anreiz- und Belohnungsreisen (Incentives), Kongressen (Conventions) und Ausstellungen (Exhibitions). Die studierte Betriebswirtin, die einst Klavierlehrerin werden wollte, sammelte dazu erste berufliche Erfahrungen bei Alpin Convention in Innsbruck, dann in einer Sportsponsoring-Agentur in der Ostschweiz. 14 Monate war sie Leiterin des Convention-Büros vom St. Gallen/Bodensee-Tourismus. Zuletzt war Thurner Key-Accounterin einer Innsbrucker Kommunikationsagentur. „Jetzt komme ich zurück zu meinen Wurzeln. Denn der Convention-Bereich ist meines“, sagt sie. Sie wolle das Haus so erfolgreich wie bisher weiterführen. „Es ist eine Herausforderung, in Ines’ Fußstapfen reinzuwachsen und dem Ganzen dazu einen ,Steffi-Touch‘ zu verpassen.“