Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.08.2018


Bezirk Reutte

Geplante Aussichtsplattform: ,,Abrechnung“ mit Zugspitz Arena

© Zirknitzer ThomasAn der Ehrwalder Seebenseewand soll die neue Aussichtsplattform entstehen.Foto: Zirknitzer



Ehrwald – Ein sehr persönlich gehaltener Postwurf sorgt seit Tagen für Aufregung in Ehrwald. Thomas Zirknitzner, erklärter Gegner der geplanten Aussichtsplattform am Seebenwasserfall, hat den Proponenten des nicht mehr aufzuhaltenden Projekts sein „Danke“ ausgerichtet. Der Tourismusverband Tiroler Zugspitz Arena steht – wie berichtet – knapp vor der Umsetzung. Auch die von Zirknitzer dagegen initiierten 750 Unterschriften änderten nichts daran. Bei positiver Wasserrechtsverhandlung könnte eventuell noch im Herbst gestartet werden.

Im Postwurf wurde der Name des TVB-Chefs abwertend mit dem €-Zeichen „Sch€nnach“ geschrieben. Der Obmann der Zugspitz Arena sei immer „zur Stelle, wenn’s um Fördergelder geht“. Ein Naturschutzgebiet werde aus Geldgier zerstört – so ein kleiner Auszug der vielen Vorwürfe. Thomas Schennach erklärt, sich nicht auf dieses Niveau herabzulassen und deshalb auf die „beleidigenden und unsachlichen“ Vorwürfe nicht reagieren zu wollen. Das richte sich selbst.

Ähnlich reagiert der ebenfalls angegriffene Bürgermeister Martin Hohenegg, dem Zirknitzer vorwirft, wohl „selbst nicht so viel Wasser zu trinken“, wenn er ein Wasserschutzgebiet leichtfertig zerstöre. Der Gemeindechef erklärt, dass er am Wochenende beim Feuerwehrfest wie noch nie Zuspruch bekommen habe, sich das nicht bieten lassen zu müssen. „Übrigens auch von Gegnern der Plattform, die in der Sache anderer Meinung sind.“ Hohenegg erklärt auf TT-Anfrage weiter, dass er als Bürgermeister auch nicht immer ein Verfechter einer Idee (wie der Plattform, Anm.) sein müsse, um sie als Kommune trotzdem voranzutreiben, wenn dies der Wunsch des Tourismusverbandes sei. „Wir sind ein Tourismusort. Die Zugspitz Arena und die Gemeinde Ehrwald sind in so vielen Punkten wichtige und verlässliche Partner, dass Wünsche des TVB natürlich Gehör finden. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn irgendein Investor die Plattform hätte verwirklichen wollen.“ (hm)




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