Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.09.2018


Innsbruck-Land

Schönberg investiert 3,5 Millionen in neue Raststätte

In einem neuen Gebäude auf der Europabrücke soll ein Markt mit regionalen Produkten entstehen. Auch die WC-Anlagen werden erneuert.

© FrischaufDer „Touristen-Supermarkt“ soll geschliffen und durch einen Regionalmarkt ersetzt werden.Foto: Daum



Von Denise Daum

Schönberg – Bis zu 75.000 Fahrzeuge donnern an Spitzentagen über die Europa­brücke. Geht man von durchschnittlich zwei Personen pro Auto aus, wären das 150.000 Personen – beziehungsweise potenzielle Kunden für die Raststätte bei der Europa­brücke. Dieses Potenzial möchte die Gemeinde Schönberg nutzen, um eine neue Art von Raststation umzusetzen:

Der in die Jahre gekommene „Touristen-Supermarkt“ soll abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt werden. Dort sollen regionale Produkte angeboten werden, auch eine Genusstheke soll Platz finden. „Ich denke dabei nicht nur an Touristen als Kunden, sondern auch an Einheimische, die am Heimweg ihre Einkäufe erledigen“, erklärt Schönbergs Bürgermeister Hermann Steixner.

„Die Grundidee ist, völlig aus dem Konzept der konventionellen Raststätte auszusteigen“, erklärt Paul Steixner, Geschäftsführer der Agrargemeinschaft. Die Kunden würden immer bewusster einkaufen, die Nachfrage nach regionalen Produkten steige. „Ökologisch vertretbare Konzepte liegen im Trend“, betont Steixner.

Zudem sollen die WC-Anlagen erneuert und eine Schnellladestation für E-Autos errichtet werden. Kostenpunkt alles zusammen: 3,5 Millionen Euro. Die Finanzierung ist gesichert, immerhin ist Schönberg eine der reichsten aus Gemeindegut entstandenen Agrargemeinschaften. Rund vier Millionen Euro befinden sich aktuell am Konto. Der Agrar gehören Gründe entlang der Autobahn sowie die Raststation Europabrücke, an den Betrieben ist man umsatzbeteiligt bzw. nimmt Pacht ein. Nach wie vor ist ein Rechtsstreit zwischen Agrargemeinschaft und Gemeinde anhängig – die Agrar fordert eine finanzielle Abgeltung von der Gemeinde. Die Agrar blitzte beim Landesverwaltungsgericht ab. Die Sache liegt nun beim Höchstgericht in Wien.

Die Asfinag begrüßt die geplanten Maßnahmen der Gemeinde Schönberg sehr. „Uns gefällt das Konzept der Raststation Europabrücke ausgesprochen gut“, sagt Stefan Siegele, Geschäftsführer der Asfinag Alpenstraßen GmbH. „Rastplätze und Raststationen sind für uns aus mehreren Gründen wesentlich. In erster Linie erhöhen sie die Verkehrssicherheit, denn nur ausgeruhte Fahrerinnen und Fahrer sind sicher unterwegs. Darüber hinaus wollen wir auch zeitgemäßen Service mit hoher Qualität bieten“, sagt Siegele.

Der Baubeginn soll im Herbst 2019 erfolgen, für 2020 ist die Eröffnung avisiert.