Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 30.09.2018


Standort Tirol

Senner hielten hohe Qualität

Das Jury-Team der 24. Galtürer Almkäse-Olympiade war sich einig: Trotz des schwierigen Almsommers legten die Senner hervorragende Produkte vor.

© WenzelGerda und Rudolf Steger reisten aus dem Krimmler Achental (Salzburg) an, um ihre Produkte von der Jaidbachalm bei der Galtürer Almkäse-Olympiade zu verkaufen und der Jury vorzulegen.Foto: Wenzel



Von Helmut Wenzel

Galtür – „Wir kommen aus dem Krimmler Achental in Salzburg, von der kleinen Jaidbachalm. Dort haben wir 20 Kühe“, verrieten Gerda und Rudolf Steger am Samstag im Sport- und Kulturzentrum. Warum sie nach Galtür gekommen sind, begründen sie so: „Weil wir mit unserem Gletscherkäse eine Sennerharfe gewinnen möchten. Das wäre eine schöne Auszeichnung.“ Das Produkt entsteht, so Gerda Steger, in sorgfältiger Handarbeit und in einem sehr langen Reifeprozess.

Beim 24. Galtürer Wettbewerb um die Sennerharfe in Gold, Silber und Bronze trafen 323 Produkte von 136 Almen aus Tirol und Nachbarregionen ein. Rund 3000 Besucher erlebten ein gelungenes Fest der Regionalität.

„In den letzten Jahren haben wir immer mehr Produkt-Einreichungen gehabt. Erstmals gibt es einen leichten Rückgang“, stellten Maria Mattle und Daniel Kathrein vom Veranstalter (Landjugend Galtür) fest. „Aus organisatorischer Sicht kann uns das nur recht sein. Voriges Jahr sind wir an Kapazitätsgrenzen gestoßen.“ 2017 hatte die Jury 341 Produkte bewertet.

Der jüngste Almsommer sei in vielen Regionen trocken und mitunter schwierig gewesen, berichteten Senner. Macherorts habe man Wasser und Futter für die Almtiere liefern müssen. Doch von negativen Auswirkungen auf die gewohnt hohe Produktqualität in Galtür könne keine Rede sein, hoben die Juryvorsitzenden Frieda Eliskases-Lechner, Klaus Dillinger und Reinhard Moser hervor. „Eine Bestätigung dafür ist auch die hervorragende Medaillenbilanz.“

Der Obmann der Genussregion Paznauner Almkäse, Hermann Huber, beschrieb die Situation so: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“ Im Tal selbst habe man bezüglich Trockenheit kaum Probleme gehabt. Dass die große Mehrheit der Paznauner Almen in Galtür präsent sei, freue ihn sehr. „Und dass die Senner immer wieder Kreativität beweisen.“ Er selbst habe zum Beispiel Trüffelweichkäse sowie Ziegenbergkäse neu entwickelt.

Gestern Abend wurden dann die zwei Tagessieger bekannt gegeben: Die Wertung Hartkäse entschieden die Alpe Unterer Hirschberg und Tobias Flatz für sich. Tagessieger für Schnittkäse wurde die Kaproner Alm von Elisabeth Haid, 141 Sennerharfen in Gold, Silber und Bronze wurden vergeben.




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