Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.10.2018


Bezirk Imst

Hochzeiger sucht weiteren Speicherteich-Standort

Die Bergbahnen wollten noch heuer Probebohrungen durchführen, scheiterten aber am inzwischen abgewiesenen Einspruch des LUA.

© TVB Pitztal/Lutz JörgDie Beschneiung am Hochzeiger sollte um einen weiteren Speicherteich (im Bild der Wildgrat-See) aufgerüstet werden. Ein möglicher Standort wäre das Oberlangtal – den lehnt die Umweltanwaltschaft ab.Foto: TVB Pitztal/Lutz Jörg



Von Alexander Paschinger

Jerzens – Eigentlich wollten die Hochzeiger Bergbahnen heuer im Sommer Probebohrungen für einen möglichen Speicherteich im Oberlangtal über die Bühne bringen. Geschäftsführer Thomas Fleischhacker hatte auch schon den positiven Bescheid der Bezirkshauptmannschaft am Tisch. Diese naturschutzrechtliche Bewilligung wurde allerdings vom Landesumweltanwalt beeinsprucht. Das Landesverwaltungsgericht (LVG) wies nun die Beschwerde ab und bestätigte die Rechtsgültigkeit des Bescheides.

„Diese Entscheidung war zu erwarten“, verweist Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer im TT-Gespräch auf den scheinbar geringen Umwelteinfluss. „Aber uns war das Signal wichtig“, erklärt Kostenzer, „weil aus Sicht der Landesumweltanwaltschaft handelt es sich um einen schlechten Standort – und es gebe Alternativen“. Da allerdings die Bewilligung der Probebohrungen noch kein Präjudiz für einen tatsächlichen Bau eines Speicherteiches an diesem „ökologisch äußerst wertvollen Standort Oberlangtal“ sei, habe das LVG dem Bescheid der BH Imst Rechtsgültigkeit zuerkannt.

Neben den „gravierenden Beeinträchtigungen für die Naturschutzgüter“ (beträchtliche Flächeninanspruchnahme, starke Beeinträchtigung geschützter Pflanzen und deren Lebensgemeinschaften) hatte Kostenzer insbesondere die Alternativenprüfung kritisiert, die aus seiner Sicht „mangelhaft ausgefallen ist“.

Nach dem LVG-Urteil werden die Bohrungen nun durchgeführt, „weil man unsicher ist, ob der Standort geeignet ist“, belässt Kostenzer die Causa. Für ihn sei aber in erster Linie damit die Kritik dokumentiert.

Mangelnde Alternativenprüfung will Fleischhacker nicht auf sich sitzen lassen: „Wir hatten sechs bis sieben verschiedene Standorte ins Auge gefasst.“ Es ging besonders darum, eine geeignete Stelle zu finden, wo ein entsprechend großer Speicherteich mit einer Dammhöhe von unter 15 Metern gebaut werden könnte. Ob sich das Oberlangtal wirklich eigne, könne man jetzt noch nicht sagen. Entscheidend wären neben den Bohrungen auch die Einschätzungen eines Geologen sowie der Lawinenverbauung. „Heuer gehen sich diese Probebohrungen nicht mehr aus“, so der Geschäftsführer. Diese Vorprofilierung werde man erst im nächsten Jahr vornehmen.