Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.10.2018


Bezirk Kitzbühel

Projekte erfordern Ortstaxen-Erhöhung

Für die Naturarena Öfenschlucht und die Unterstützung der Bergbahn bei der Buchensteinwand braucht der TVB Pillerseetal mehr Geld. Die Aufenthaltsabgabe soll einheitlich auf 2,80 Euro angehoben werden.

© Bergbahn PillerseeNeben der Pletzer-Gruppe investiert auch der Tourismusverband Pillerseetal in Attraktionen rund um die Buchensteinwand.Foto: Bergbahn Pillersee



Von Michael Mader

Fieberbrunn – Der Tourismusverband Pillerseetal hat ein Strategiepapier mit Zukunftsprojekten für die Jahre 2018 bis 2023 entwickelt. Doch dafür braucht der Verband, der laut Geschäftsführer Armin Kuen schuldenfrei ist und sogar Rücklagen bilden konnte, wesentlich mehr Geld. Wie berichtet, soll deshalb die Aufenthaltsabgabe in den fünf Orten Fieberbrunn, Hochfilzen, St. Jakob in Haus, St. Ulrich am Pillersee und Waidring zum Teil kräftig angehoben werden. Die Genehmigung dafür will sich der Vorstand in der Vollversammlung am 30. Oktober holen.

Geht es nach den Plänen von Obfrau Bettina Geisl und ihren Vorstandskollegen Johann Eder und Andreas Kien­pointner, soll die Ortstaxe im gesamten Verbandsgebiet ab Mai 2019 einheitlich auf 2,80 Euro angehoben werden. Fieberbrunn würde das mit einer Erhöhung um 30 Cent treffen, in den übrigen Orten jedoch kommt es fast zu einer Verdoppelung – dort liegt die Kurtaxe derzeit bei 1,50 Euro. „Wir haben infrastrukturell einiges geplant und brauchen das Geld“, wirbt Kuen um Verständnis. Ebenso wie Geisl: „Das Geld wird wirklich nur für unsere Zukunftsprojekte eingesetzt. In Fieberbrunn haben wir ja schon seit Mai 2015 die Erhöhung auf 2,50 Euro und bislang hat sich darüber bei mir noch kein einziger Gast beschwert.“ Rundherum werde laut Kuen investiert: „Wenn wir stehen bleiben, vor allem im Sommer, dann sehe ich ein Problem. Als einer der kleinsten Tourismusverbände Tirols mit einem Budget von 3,5 Millionen Euro haben wir zu anderen Tourismusverbänden einen ganz klaren Wettbewerbsnachteil.“ Bei einer gleichbleibenden Nächtigungszahl von etwas mehr als einer Million würde das Budget im Jahr 2019 auf 3,8 Millionen Euro und in den Folgejahren auf 4,7 Millionen Euro steigen.

Mit dem Geld könnte unter anderem die Natur- und Freizeitarena Öfenschlucht realisiert werden, die bereits im Jahr 2014 von Ideengeber Andreas Kals und Architekt Richard Steger ausgearbeitet worden ist. Hauptattraktion wird eine Verbindung zwischen St. Ulrich und Waidrin­g, die so genannte Himmelsleiter, sein. Aber auch ein Walderlebniszentrum mit Aussichtskanzel, ein Baumkronenweg, ein Niedrigseilgarten sowie Rad- und Fußwege sollen bei dem Projekt das Angebot insbesondere für Familien erweitern. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3,8 Millionen Euro, auf den TVB würden rund 1,3 Millionen Euro entfallen. Start könnte bereits 2019 sein, die Bauphase wird ein bis zwei Jahre betragen.

Aber auch im Bereich Buchensteinwand will der TVB rund 1,5 Mio. Euro mitzahlen. Dort sei mit den Investitionen der Pletzer-Gruppe in die Bergbahn Pillersee nicht nur der Fortbestand des Winterbetriebs gesichert worden, sondern es werde auch massiv in die Skigebietsinfrastruktur investiert. Unter anderem werden ein Speicherteich und Leitungen für eine Vollbeschneiung errichtet. In Hochfilzen wird es eine neue Aufstiegshilfe geben und einen zusätzlichen Lift, „Hochleiten II“. Aber auch im Sommer soll der Gast am Berg neben dem Jakobskreuz weitere erlebenswerte Angebote vorfinden. Kuen: „Die Pletzer-Gruppe investiert hier 15 Millionen Euro.“

Weiters soll die Infrastruktur für Mountainbiker ausgebaut werden: „Wir haben im Pillerseetal ein Radwegenetz von rund 400 Kilometern. Das alleine reicht aber nicht, um Mountainbiker und E-Mountainbiker anzusprechen.“ Eine externe Firma soll die Region auf ihre Tauglichkeit für E-Bike-Tourismus hin überprüfen. „Die Zukunft liegt hier bei Singletrails und Flowtrails, die im Unterschied zu Downhilltrails keine großen Einschnitte in der Natur verursachen und auch nicht so wartungsintensiv sind“, setzt Kuen mehr auf naturverbundenes Publikum.

Geld werde aber auch in Marketingmaßnahmen fließen. Ziel sei unter anderem die Buchbarkeit aller Betriebe im Pillerseetal auf der Internet­seite www.saalbach.com, um im Marketingpool des Skicircus Saalbach-Hinterglemm – eines der größten Skigebiete der Welt – „mitmischen“ zu können.