Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 23.10.2018


Bezirk Imst

Haiminger Markttage: Große Zufriedenheit trotz etwas weniger Besucher

Wohl die eigene Ernte in den Hausgärten bremste die Nachfrage nach Äpfeln und Apfelsaft bei den Haiminger Markttagen.

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© Haiminger Markttage



Haiming, Oetz – 20.000 – das ist die Zahl, die immer wieder genannt wird, wenn es um Besucherzahlen bei den Haiminger Markttagen geht. Das setzt sich zusammen aus den zählbaren ÖBB-Fahrten auf der einen und der Auslastung der (Gratis-)Parkplätze rund um den größten Erntemarkt Tirols auf der anderen Seite. „Sehr zufrieden“, antwortet Markttage-Obmann Rudi Wammes auf die Frage nach der Bilanz der beiden Markttage, „der Geschäftsgang scheint gut gelaufen zu sein – ich habe niemanden jammern gehört.“ Was die Anzahl der Besucher angeht, dann waren es „heuer etwas weniger als letztes Jahr“, meint die Chefin des Obstlagers Haiming, Alexandra Harasser. Die Marktgänger selbst können das zumeist nicht ganz nachvollziehen – in der Gasse zwischen den 85 Standln herrschte wie gewohnt ein dichtes Gedränge.

Was allerdings sowohl Wammes als auch Harasser auffiel: Die Nachfrage nach Äpfeln und Apfelsaft war heuer geringer. Das Warum liegt auf der Hand: „Wenn in den Hausgärten so wie heuer alle Bäume voll sind, dann wirkt sich das natürlich aus“, so Wammes. Die Obstpressen waren und sind ausgebucht, Früchte und Säfte werden innerhalb der Verwandtschaft und Nachbarschaft verteilt. „Für uns sind die Markttage natürlich eine Marketingsache – die Äpfel werden über den Winter durch unser Obstlager ja doch weiterverkauft“, erklärt der Markttage-Chef.

Auch bei den Obstbauern gab es heuer ein „gutes Jahr“, ergänzt Harasser. Noch ist die Ernte gar nicht abgeschlossen – es fehlen die Spätsorten. „Wir rechnen mit 1800 Tonnen“, so die Geschäftsführerin des Obstlagers. Im Vorjahr waren es gerade einmal 600 Tonnen. „Für uns ist es heuer ein normales Jahr“, betont Harasser, denn im Gegensatz zu den Hausgärten lassen Obstbauern auf einem Apfelbaum nicht mehr als 100 Früchte reifen. Der Rest wird im Laufe des Sommers ausgeschnitten.

Wenige Kilometer weiter erfreute sich am vergangenen Samstag der traditionelle Oetzer­markt ebenfalls eines regen Zuspruchs. Beim „inoffiziellen Nationalfeiertag“ (der Oetzermarkt findet immer am dritten Oktober-Samstag statt) boten an die 70 Aussteller aus Tirol, Südtirol, Österreich und Deutschland ihre Waren feil, auch die Geschäfte im Ort profitierten von den vielen Besuchern. (TT, pascal)