Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.11.2018


Bezirk Kitzbühel

Kitzbühel setzt sich große touristische Ziele

Scharfe Worte findet Kitzbühel-Tourismus-Präsidentin Signe Reisch zu den Kritiken der vergangenen Wochen.

© Werlberger | Kitzbühel Tourismus



Von Harald Angerer

Kitzbühel – „Gerade rechtzeitig zur Jahreshauptversammlung kommt nun von allen möglichen und unmöglichen, berufenen und unberufenen Seiten ein Abwatschen“ – mit diesen Worten begann Kitzbühel-Tourismus-Präsidentin Signe Reisch ihren Bericht am Mittwochabend. Es war die erste Jahreshauptversammlung in ihrer zweiten Funktionsperiode und sie sprach damit die Kritiker an, welche in den vergangenen Wochen den frühen Winterstart der Kitzbüheler aufs Korn genommen haben.

Kitzbühel sei von Politik und Medien in ein schlechtes Licht gerückt worden, manche Unterstellungen empfinde sie als Frechheit. Reisch holte zum Gegenschlag aus: „Und an vorderster Stelle rügt gar Landeshauptmann Günther Platter selbst ,Fehler im Tourismus‘. Gerade in letzter Zeit seien Fehlentwicklungen festzustellen, die nicht in Ordnung seien. Ja, ist er nicht selbst der oberste Tourismuschef?“, fragte sich Reisch und legte nach: „Für mich fällt das in die Kategorie ,Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass‘. Kaum fallen die Nächtigungszahlen etwas zurück, wird geschrien, es müsse was getan werden. Also was jetzt?“

Sie betonte die Bedeutung des Tourismus nicht nur in Kitzbühel, sondern in ganz Tirol, und dass die Konkurrenz im Ausland nicht schlafe. Der Umgang mit der Natur sei in Kitzbühel ein sorgfältiger. Es gebe Behörden, die darauf achten, dass Gesetze eingehalten werden. „Und wenn die Bergbahn eine Bewilligung für eine Schneeauflage, die im Land Salzburg notwendig wäre – nicht aber in Tirol –, nicht eingeholt hat, so wird sie das selbstverständlich reparieren müssen“, stellt Reis­ch aber auch klar.

In Sachen Schneedeponierung halte der Kitzbühel Tourismus aber der Bergbahn die Stange. „Gerade zu dem Thema Schneedepot halte ich die Diskussion und diesen Shitstorm für paradox. Natur- und technischer Schnee werden in Bereichen konserviert – ohne Chemie wohlgemerkt –, in denen dies niemandem etwas wegnimmt, und nach dem natürlichen Absterben der Natur aufgebracht, während woanders mit Chemie Fußballfelder gedüngt werden, Sporthallen errichtet werden und sich jeder in sein Auto setzt“, sagt Reisch. Gerade das Snowfarming helfe auch, bestehende Infrastrukturen auszulasten.

Kitzbühel setze schon länger auf Qualität statt auf Quantität. „Mit diesen wohlmeinenden Ratschlägen werden also bei uns offene Türen eingerannt. Unser Schwerpunkt Wandern geht ganz in diese Richtung sowie auch die Werbung mit Erholung in intakter Natur“, erklärt die Präsidentin.

Einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung von Kitzbühel Tourismus gab dann Geschäftsführerin Viktoria Veider-Walser. So wurde die Strategie Kitzbühel 365 nach detaillierten Vorbereitungen in den Jahren zuvor erarbeitet. Der Markenkern wurde definiert und eine klare Vision erarbeitet.

„Wir wollen die begehrteste Ganzjahresdestination der Alpen sein“, beschreibt Veider-Walser das ambitionierte Ziel. Weitere Ziele seien unter anderem die Steigerung der Auslastung, die Forcierung der Angebotsentwicklung in den Randzeiten und die Steigerung der Wertschöpfung.