Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 24.11.2018


Bezirk Imst

Überzogenes Tierwohl sorgt für Aufregung

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© Daum



Es war ein gelinde gesagt schwieriges Jahr für die Landwirte im Oberland. Die durch die Trockenheit verursachte Futterknappheit zwang viele Bauern zum Heukauf zu horrenden Preisen oder gar zum Verkauf einiger Tiere. Und jetzt noch die Debatte über die Tierhaltung, die in der kürzlich abgehaltenen Bauernbund-Herbstkonferenz im Agrarzentrum West von rund 80 Funktionären heftig diskutiert wurde.

Ausgangspunkt der nahezu flächendeckenden Aufregung ist der bärtige Frontmann einer Handelskette, die „zurück zum Ursprung" rät. Er verlangt von den liefernden Bauern Laufstall statt Anbindehaltung ab dem Jahr 2021. „Wir werden unsere Tiroler Landwirtschaft nicht zum Marketing-Gag einiger Handelsketten verkommen lassen. Da werden wir aufstehen und geschlossen die Konsumenten informieren", wetterte LK-Präsident Josef Hechenberger, „wenn nun eine Bewegung ins Rollen gebracht wird, wonach alle Bauern auf Laufställe umsteigen müssen, dann wäre das der Todesstoß für den Großteil unserer heimischen Bergbauernbetriebe". Direktor Peter Raggl ergänzte: „Eine erneute erzwungene Investition werden vor allem viele Nebenerwerbsbauern nicht tätigen."

„Wir fordern eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Milch-, Ei- und Fleischprodukte auch in den Großküchen", sprach Bezirksbauernobmann Rudolf Köll das zweite Hauptthema an. Die Gastronomie lasse man vorerst außen vor. Öffentliche Küchen wie etwa in Krankenhäusern, Kantinen oder Schulen sollten die Herkunft der Lebensmittel auf den Tisch legen müssen. ­Raggl: „Das Krankenhaus Zams etwa macht das seit geraumer Zeit. Das kommt bei den Menschen super an und fördert die Regionalität." (huda)