Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 19.12.2018


Bezirk Reutte

Bach: Grünes Licht für Bau der neuen Jöchelspitzbahn

Wie berichtet, läuft die Konzession für den 40 Jahre alten Zweiersessellift im April aus, der Abriss im Frühling ist unvermeidbar.

Jöchelspitzbahn Bach.

© Andreas TscholJöchelspitzbahn Bach.



Von Simone Tschol

Bach – „Natürlich wäre es unser Wunsch, eine neue Bahn zu bauen – vorausgesetzt es gibt ein klares Bekenntnis der Region zum Projekt“, gab sich Günter Oberhauser, Geschäftsführer der Skilifte Warth, welche die in Konkurs geratene Lechtaler Bergbahn 2007 übernommen haben, vor knapp einem Monat bezüglich einer neuen Bahn auf die Jöchelspitze noch zurückhaltend. Wie berichtet, läuft die Konzession für den 40 Jahre alten Zweiersessellift im April aus, der Abriss im Frühling ist unvermeidbar.

In den letzten Wochen und Monaten waren die 14 Gemeinden von Steeg bis Forchach sowie der Tourismusverband am Zug. Immerhin muss die Investitionssumme von 6,5 Millionen Euro in einem gemeinsamen Kraftakt von Land Tirol, Kommunen, Touristikern und den Skiliften Warth aufgebracht werden.

Jetzt hat Oberhauser das von ihm gewünschte klare Bekenntnis. Die Gemeinden haben die Finanzierung ihrerseits abgesegnet. Die TVB-Vollversammlung hat nun den finalen Schlusspunkt gesetzt. Mit nur zwei Gegenstimmen bei rund 150 anwesenden Stimmberechtigten wurde die Anhebung der Kurtaxe um 10 Cent sowie die Erhöhung des Promillesatzes, dem Pflichtbeitrag der Wirtschaft, um ein Promille beschlossen. „Damit decken wir einen Teil der TVB-Zuwendung für die neue Bahn ab“, erklärt Michael Kohler, Geschäftsführer des TVB Lechtal. Er freut sich über die breite Zustimmung: „Alle, vom kleinen Privatzimmervermieter bis zum Hote­lier, stehen hinter dem Projekt. Das ist natürlich super.“

Der Bau der geplanten 8er-Kabinen-Einseilumlaufbahn kann nun in die Detailplanung gehen. Kohler: „So weit ich weiß, ist von Seiten der Skilifte alles auf Schiene. Mir wurde mitgeteilt, sie liegen gut im Rennen, die wichtigsten Hürden wären geschafft.“

Mitte März wird der Liftbetrieb in Bach eingestellt, anschließend mit dem Abriss der alten Anlage begonnen. Über den Sommer soll dann die neue Bahn errichtet werden. „Wann genau diese erstmals in Betrieb geht, kann man jetzt natürlich noch nicht sagen. Wir gehen aber davon aus, dass dem Winterbetrieb 2019/20 nichts im Wege steht“, so Kohler.

Die Länge der Bahn bleibt gleich, die Fahrzeit wird sich aber erheblich reduzieren. Förderkapazitäten und Komfort steigen.