Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.01.2019


Innsbruck-Land

Pleite-Hotel in Seefeld steht vor der Versteigerung

Betroffen sind 22 Dienstnehmer, Ursache und Schuldenhöhe sind laut KSV derzeit nicht bekannt.

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© Erwin Wodicka - wodicka@aon.atSymbolfoto.



Seefeld – Das „Hotel Tyrol Alpenhof“ in der Münchner Straße in Seefeld hat schon bessere Zeiten erlebt. Laut Gläubigerschützern hat der Hotelpächter, die in Besitz von Italienern befindliche ABL Gestion GmbH, Konkurs angemeldet. Betroffen sind 22 Dienstnehmer, Ursache und Schuldenhöhe sind laut KSV derzeit nicht bekannt. In den letzten Jahren seien aber viele Gläubiger gezwungen gewesen, ihre Forderungen gerichtlich einzutreiben. Laut Creditreform hat die Tiroler Gebietskrankenkasse den Konkursantrag wegen offener Forderungen über 60.000 Euro gestellt.

Wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, schwelte im Hintergrund aber auch ein Rechtsstreit – der Anfang 2018 bis zum OGH ging – mit dem Eigentümer der Hotel­immobilie um angeblich ausstehende Pachtzahlungen über 420.000 Euro. Hotel­eigentümer ist die italienische Firma Dogana Vecchia S.R.L, die in Italien bereits 2016 in Konkurs schlitterte und den Pachtvertrag auflöste.

Wie aus gerichtlichen Unterlagen weiter hervorgeht, schuldet der Hoteleigentümer Dogana Vecchia aber auch der Gemeinde Seefeld rund 100.000 Euro. Auf Betreiben der Gemeinde soll nun das Hotel samt knapp 8000 m² Grund versteigert werden. Versteigerungstermin ist Ende Februar, der Hotelkomplex – eigentlich zwei verbundene Hotels, nämlich Tyrol und Alpenhof – mit insgesamt 184 Betten samt Grundstück wurde von Gutachtern mit 4,7 Millionen Euro bewertet. Für das Hotel Tyrol stellt ein Gutachter ein ziemlich vernichtendes Urteil aus: Der Hotelbetrieb weise „einen enormen Revitalisierungs- und Adaptierungsbedarf“ auf und entspreche „nicht mehr den heutigen Qualitätsansprüchen an einen zumindest guten 3-Sterne-Betrieb“. Dem „unattraktiven Hallenbad“ und der „sehr alten finnischen Sauna“ müsse „jegliche Attraktivität abgesprochen“ werden. Gästezimmer seien „größtenteils veraltet“, Nassräume teilweise noch im 70er-Standard. Das Hotel Alpenhof weise im Zimmerbereich dagegen eine deutlich bessere Qualität auf.

Positiv sei jedenfalls „der gute Standort des Betriebes in unmittelbarer Zentrumsnähe von Seefeld“. (mas)

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