Letztes Update am Di, 12.03.2019 12:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Nach IKB-Serverausfall: „Man wird über Schadenersatz reden müssen“

Nach dem Komplettausfall der Computertechnik bei der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) sollte der Großteil der Probleme zumindest für die Kunden behoben sein.

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© TT/Thomas Böhm(Symbolfoto)



Innsbruck — Die gute Nachricht vorweg: Nach dem Komplettausfall der Computertechnik bei der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) sollte der Großteil der Probleme zumindest für die Kunden behoben sein. Wie IKB-Vorstandsvorsitzender Helmuth Müller am Dienstag im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung Online bestätigte, sind zwar weiterhin intensive Arbeiten an der IT-Infrastruktur notwendig und es kann in Einzelfällen noch zu Problemen kommen — „in der Masse sollte aber alles wieder funktionieren".

Übers Wochenende war die komplette IT ausgefallen. Kundencenter, Internetprodukte, IVB-Ticketservice, zahlreiche öffentliche Homepages und Kommunikationsdienste waren nicht verfügbar. Die Verärgerung darüber war nicht nur bei den Kunden groß, auch Müller selbst ist sie deutlich anzumerken.

Der Grund für die Misere war nicht hausgemacht. „Bei einem Systemlieferanten sind Fehler aufgetreten, die bis dato nicht gelöst sind", so der Diplomingenieur. Dass die IT jetzt überhaupt wieder funktioniert, liege daran, dass von Sonntag auf Montag parallel zum bestehenden System „hardware- und softwaretechnisch ein komplett neues System" aufgebaut wurde. Auf dieses werden derzeit sämtliche Daten übertragen. Vermutlich sei das neue System keine Übergangs-, sondern eine Dauerlösung, wie Müller sagt.

Anschließend erfolge eine umfassende Analyse der gesamten IT-Struktur. „Man wird auch über Schadenersatz gegenüber dem Hersteller reden müssen", so Müller. Im Vordergrund stehe nun jedenfalls, dass die Systeme wieder funktionieren. „Strom, Wasser, Abwasser und Abfall waren zu keinem Zeitpunkt betroffen. Auch die Daten unserer Kunden sind sicher", betonte Müller am Dienstag erneut.

ÖVP fordert Evaluierung der IT-Sicherheit

Auch der für die Sicherheit ressortzuständige Innsbrucker Vizebürgermeister Franz X. Gruber (ÖVP) forderte am Dienstag in einer Aussendung die Überprüfung der Ausfallsicherheit der Informationstechnik in den Infrastrukturbetrieben der Stadt Innsbruck und in der städtischen Daseinsversorgung.

„Es kann und darf nicht sein, dass ein defektes Hardware-Element im Rechenzentrum großflächig die Telekommunikation, das Internet und die Info-Dienste von IKB und IVB über mehrere Tage lahmlegt", so Gruber. Dieser lange und massive Ausfall müsse als Weckruf gesehen werden, sich noch intensiver mit der Sicherheit für die kritischen Infrastrukturen in der Stadt Innsbruck gemäß der EU-Richtlinie 2008/114/EG zu beschäftigen.

Gruber: „Der schwerwiegende IT-Störfall hat uns gezeigt, wie abhängig unsere Unternehmen von der EDV sind und wie schnell verschiedenste Bereiche der Daseinsvorsorge betroffen sein können. Wo genau mögliche Schwachstellen sind und wie diese möglichst abgesichert werden können, soll eine ausführliche Sicherheitsevaluierung der kritischen Infrastruktur in der Stadt Innsbruck von externen Experten aufzeigen. Ein absolutes Muss, wenn man die Digitalisierung in der Stadt Innsbruck in den nächsten Jahren ausbauen möchte". (TT.com, reh)