Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Innsbruck

Frühjahrsmesse eröffnet: Appell an Regionalität und EU

Altbundespräsident Heinz Fischer eröffnete die Tiroler Frühjahrsmesse, Der Gewerbe-Obmann plädierte für Regionalität.

Messedirektor Christian Mayerhofer, Altbundespräsident Heinz Fischer und Tirols Wirtschafts-LR Patrizia Zoller-Frischauf gaben gestern Abend den Startschuss zur 36. Tiroler Frühjahrsmesse.

© Vanessa Rachlé / TTMessedirektor Christian Mayerhofer, Altbundespräsident Heinz Fischer und Tirols Wirtschafts-LR Patrizia Zoller-Frischauf gaben gestern Abend den Startschuss zur 36. Tiroler Frühjahrsmesse.



Innsbruck – 40.000 Besucher hofft die Tiroler Frühjahrsmesse bis Sonntag in die Messehallen der Landeshauptstadt zu locken. Gestern Abend setzte es den Startschuss zur 36. Auflage, die sich selbstredend rund um Frühjahrs- und Sommerthemen dreht: von Grillen und Garten über Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit, Freizeit und Outdoor, Radeln, Urlaub, Wellness und Wohnen, Baby & Kind bis hin zum Autosalon.

Den offiziellen Startschuss erteilte Altbundespräsident Heinz Fischer. Er nutze die Gelegenheit, um angesichts der bevorstehenden EU-Wahlen im Mai für ein geeintes Europa zu plädieren. „Der Prozess der europäischen Integration hat dazu beigetragen, dass Österreich derart gut dasteht“, betonte Fischer. Inzwischen liege Österreichs Wirtschaftsleistung bei 386 Mrd. Euro, die Exporte seien auf 150 Mrd. Euro geklettert. „Produziere Gutes und zeig’s her“, appellierte Fischer. Es wäre daher nun fahrlässig, bei den Europawahlen seine Stimmzettel wegzuwerfen und damit die Chance zu vergeben, auf die Zukunft Europas Einfluss zu nehmen. Schließlich benötige Österreich, das lediglich ein Promille der Weltbevölkerung stellt, ein starkes Europa, um sich beispielsweise gegen China, Indien oder die USA zu behaupten.

Franz Jirka, Spartenobmann Handwerk und Gewerbe der Wirtschaftskammer Tirol, hält die Frühjahrsmesse für einen Inbegriff der Tiroler Regionalität, deren kleinstrukturierte Betriebe bis in die letzten Täler für Jobs und Kundennähe sorgen. Im Schnitt beschäftige ein Klein- und Mittelunternehmen (KMU) in Tirol sechs Mitarbeiter. „Was wir nicht brauchen, sind internationale Konzerne, die Steuern absaugen und die Regionalität gefährden“, so Jirka.

Im Zuge der Frühjahrsmesse gibt auch der Autosalon zum bereits 30. Mal Gas. Wichtig seien solche regionalen Messen auch deshalb, weil es für Autohändler zunehmend schwieriger werde, die Käufer in die Autohäuser zu bekommen, erklärte Patrick Pfurtscheller, Geschäftsführer des Autohauses Autoland PPAT in Innsbruck. „Ein Viertel unserer Autokäufer gibt aber an, auf der Messe gewesen zu sein“, sagt er. Künftige Autotrends seien schwer abschätzbar. „Es wird etwas mehr elektrisch werden, aber am Ende wird es wohl ein Gemisch aus verschiedenen Antriebsformen sein“, glaubt der Autohändler. Beim Kaufgrund stehe die Emotion an erster Stelle, „aber auch das Thema Ökologie ist weiter nach vorne gerückt“, so Pfurtscheller. Das autonome Fahren werde schneller vorangehen, als viele glauben. „In fünf Jahren haben wir autonom fahrende Autos auf den Straßen“, glaubt er. (mas)