Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 11.04.2019


Bezirk Kitzbühel

Alte Fleckalmbahn in Pension: Die „alte Dame“ hat ausgedient

Die Bergbahn Kitzbühel tätigt die größte Investition in der Geschichte des Unternehmens. Die neue Fleckalmbahn wird um 27,5 Millionen Euro errichtet. Am Sonntag wird die alte Bahn verabschiedet.

Die neue Talstation der Fleckalmbahn soll die Wintersportler in Empfang nehmen und leiten.

© Bergbahn KitzbühelDie neue Talstation der Fleckalmbahn soll die Wintersportler in Empfang nehmen und leiten.



Von Harald Angerer

Kitzbühel, Kirchberg – 35 Jahr­e und gut 30 Millionen beförderte Personen sind genug. Die „Fleck“ der Bergbahn Kitzbühel, wie die Fleckalmbahn genannt wird, fährt am kommenden Sonntag das letzte Mal. Die 6er-Gondelbahn aus dem Jahr 1984 wird von einer modernen 10er-Kabinenbahn ersetzt. „Es ist jetzt so weit. Die ,alte Dame‘ hat ihr­e Dienste getan. Wir haben hart an der Umsetzung einer neuen Bahn gearbeitet“, sagte Josef Burger, Vorstand der Bergbahn Kitzbühel, im Rahmen einer Pressekonferenz gestern Vormittag.

Bei der neuen Anlage handelt es sich um die größte Investition in der Geschichte des Unternehmens. Nicht weniger als 27,5 Millionen Euro betragen die Baukosten. Noch am Sonntag wird die alte Bahn mit einer kleinen Feier um 11 Uhr verabschiedet, dann geht’s am Montag bereits mit den Arbeiten los. In nur acht Monaten soll die neue Seilbahn fertig gestellt sein. „Ein sehr sportlicher Zeitplan“, wie Kitzbühels Bürgermeister und Bergbahn-Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Winkler betont.

„Es ist jetzt so weit. Die ,alte Dame‘ hat ihre Dienste getan.“ Josef Burger
 (Bergbahn-Vorstand)
„Es ist jetzt so weit. Die ,alte Dame‘ hat ihre Dienste getan.“ Josef Burger
 (Bergbahn-Vorstand)
- Angerer

Nicht größer, aber besser soll die neue Fleckalmbahn werden, kündigt Vorstand Burger an. Bisher brachten 200 6er-Gondeln die Wintersportler auf den Berg, in Zukunft sind es 96 10er-Gondeln. Damit steigt die Beförderungskapazität lediglich von 2400 Personen in der Stunde auf 2590. Die neue Bahn wird auch die Erste ihrer Art in Österreich sein, die mit einer Geschwindigkeit von 7 m/sec unterwegs sein wird. Die Geschwindigkeit werde aber an den Besucheransturm angepasst.

Die Trasse soll leicht verändert werden. „Bisher war die Anlage sehr windanfällig, mit der neuen Trasse gibt es das Problem nicht mehr“, versichert Bergbahn-Kitzbühel-Projektleiter Florian Wörgetter. Bisher musste die Bahn bereits bei einer Windgeschwindigkeit von 40 km/h stillstehen, in Zukunft erst ab 70 km/h. Die Talstation rückt wenige Meter Richtung Kirchberg und die Bergstatio­n, wie bereits berichtet, an jene der Ochsalmbahn. „Das haben wir bei der Planung der Ochs­almbahn damals schon berücksichtigt“, schildert Wörgette­r.

Ein besonderes Augenmerk hat die Bergbahn Kitzbühel auch auf die Verkehrsanbindung der neuen Anlage gelegt. Hier gab es bisher im Winter öfters Rückstau auf die Brixentaler Bundesstraße. „Wir trennen den öffentlichen und den Individualverkehr“, schildert Burger. Neben den 81 An- und Abfahrten der Skibusse täglich werden eine Pufferzone für Pkw und ein neues Parkleitsystem eingerichtet. Damit soll der Rückstau auf die Bundesstraße Geschichte sein. Bei der Tiefgarage wird es im heurigen Jahr noch keine Neuerung geben, aber auch diese soll in den kommenden Jahren angepasst werden. Neu ist aber die Ringspur um den Parkplatz für die Skibusse, dazu drei eigene Haltestellen und zusätzliche Busparkplätze.

Bei den beiden Stationen kommt das schon bekannt­e Design der Bergbahn-Kitzbühel-Anlagen der Firma Leitner zum Einsatz. Die Talstatio­n wird modern und in zwei Stockwerken errichtet, mit einem Kassenbereich, Rolltreppen, einem Sportshop und einem Skidepot. Zudem bekommt die Piste eine direkte Zufahrt zum Einstieg. Bei der Piste wird es ansonsten nur kleine Verbesserungen geben. So soll die Gefahrenstelle bei der oberen Fleckalm entschärft werden. Der Gondelbahnhof wird jeweils zur Hälfte auf die Tal- und die Bergstation aufgeteilt, wobei die Station am Berg besonders klein gestaltet wird. „Trotzdem haben wir dort nun Platz für die Pistendienst-Einsatzzentrale“, erklärt Burger.

Die neue Anlage bringt auch neue Öffnungszeiten im Sommer mit sich. Sie soll nun von Anfang Juni bis Mitte Oktober in Betrieb sein, im Winter wie gehabt von Ende November bis Mitte April. Für den Sommerbetrieb sind eine optimierte Bike-Beförderung und auch ein Waschplatz für den Einstieg zur Bahn für Mountainbikes geplant.

Die Anlage soll laut dem Vorstand bis Anfang Dezember fertig gestellt sein, die Eröffnung ist für den 14. Dezember geplant.