Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.04.2019


Bezirk Reutte

Schrägaufzug in Betrieb: Auf Ehrenberg ist alles auf Schiene

Nach acht Monaten Bauzeit hat der Schrägaufzug auf Ehrenberg gestern erstmals Fahrt aufgenommen. Damit ist ein weiterer Baustein des Masterplans Ehrenberg realisiert, die Highline barrierefrei erreichbar.

Beste Stimmung bei der symbolischen Eröffnung: Burgenvereinsobmann Dietmar Koler, GF Armin Walch, Investor Franz Dengg, BM Alois Oberer und TVB-Obmann-Stv. Markus Saletz (v. l.).

© TscholBeste Stimmung bei der symbolischen Eröffnung: Burgenvereinsobmann Dietmar Koler, GF Armin Walch, Investor Franz Dengg, BM Alois Oberer und TVB-Obmann-Stv. Markus Saletz (v. l.).



Von Simone Tschol

Reutte – Dichter Nebel hüllte gestern das Burgenensemble Ehrenberg ein. Der Stimmung bei der Jungfernfahrt des neuen Schrägaufzuges, der den Namen „Ehrenberg Liner“ trägt, tat dies jedoch keinen Abbruch. Investor Franz Dengg sah es sogar als gutes Omen. „Als ich 1986 das erste Mal mit meinem Vater zur Zugspitze kam, herrschte das gleiche Wetter. Je höher wir hinaufkamen, umso schlimmer wurde es. Und wenn ich mir heute anschaue, was daraus geworden ist, dann bin ich sehr optimistisch, dass auch der Ehrenberg Liner ein Erfolg wird“, so der Seilbahner und Hotelier aus Lermoos.

Acht Monate Bauzeit liegen hinter Franz Dengg und Armin Walch, Geschäftsführer des Burgenensembles Ehrenberg, der diesmal als Bauleiter fungierte. Dengg: „Aber nicht nur das. Er hat mich auch dazu überredet, hier zu investieren. Ich bin jetzt seit 30 Jahren in der Seilbahnwirtschaft tätig. Das ist das erste Projekt, bei dem ich nicht selbst um die Genehmigungen gelaufen bin. Das hat alles Armin Walch erledigt.“

Von der „Bergstation“ geht es über den frisch asphaltierten, abgeflachten Fußweg.
Von der „Bergstation“ geht es über den frisch asphaltierten, abgeflachten Fußweg.
- Tschol

Und diesem war die Freude über die Fertigstellung des Schrägaufzugs ins Gesicht geschrieben. „Der Ehrenberg Liner ist ein wichtiger Baustein in der Umsetzung unseres Masterplans. Highline und Schrägaufzug waren schon vor zehn Jahren angedacht. Jetzt sind beide Projekte Realität.“ Im Vorjahr wurden auf Ehrenberg bereits 350.000 Besucher gezählt.

Auch Bürgermeister Alois Oberer, der seinen Urlaub eigens für die Eröffnung des Schrägaufzugs um einen Tag verschoben hat, blickt optimistisch in die Zukunft: „Schon mit dem Bau der Highline hat das Burgenensemble eine große Aufwertung erfahren. Gastronomie und Parkplätze mussten ausgebaut werden. Was bislang fehlte, war eine Aufstiegshilfe. Umso erfreulicher ist es, dass Franz Dengg als Investor eingestiegen ist. Und es spricht auch für Ehrenberg, dass solch ein erfolgreicher Unternehmer aus der Zugspitz Arena hier in Reutte investiert.“

Über die Höhe dieser Investition hält sich Dengg selbst bedeckt: „Sie liegt im niedrigen siebenstelligen Bereich“, lässt er wissen. Dies deckt sich auch mit den kolportierten Baukosten von rund 3,5 Millionen Euro.

Die Highline ist auch mit Kinderwagen zu erreichen.
Die Highline ist auch mit Kinderwagen zu erreichen.
- Tschol

Der Ehrenberg Liner fasst 50 Personen und verfügt über einen barrierefreien Zugang. In zweieinhalb Minuten Fahrzeit überwindet die Kabine die 110 Höhenmeter von der Klause hinauf zum Hornwerk. Die Streckenlänge beträgt 267,1 Meter. Sowohl im Einstiegs- als auch im Ausstiegsbereich wurden WC-Anlagen integriert. Oberer: „Damit ist auch dieses leidige Thema endlich vom Tisch.“

Ab heute Freitag, 12. April, ist der Ehrenberg Liner täglich von 8 bis 22 Uhr in Betrieb. 1x Berg- und Talfahrt kosten 7 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder (4 bis 14 Jahre). Das Kombiticket Liner und Highline kommt auf 14 bzw. 9 Euro.