Letztes Update am Mo, 15.04.2019 12:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klimawandel

Bundesländer wollen Verbot von Ölheizungen im Neubau

Spätestens ab 2020 sollen im Neubau Ölheizungen verboten werden. Zudem soll der Ersatz von bestehenden Ölheizungen forciert werden. Aus Tirol erntet die neue Regelung viel Zustimmung.

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Frauenkirchen – Die Klimaschutzreferenten der Bundesländer haben sich bei der Klimaschutzkonferenz in Frauenkirchen im Burgenland für ein österreichweites Verbot von Ölheizungen im Neubau bis spätestens 2020 ausgesprochen. Zudem soll der Ersatz von bestehenden Ölheizungen forciert werden, hieß es am Freitag in einer Aussendung des Umweltministeriums.

Österreich will grundsätzlich bis zum Jahr 2030 die Emissionen im Gebäudesektor signifikant senken. „Dabei ist der Ausstieg aus Öl ein besonders wichtiger Schritt“, sagte Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Österreichweit gebe es immer noch rund 700.000 Anlagen, „aus denen wir Schritt für Schritt und sozial verträglich aussteigen wollen“. Dass in Neubauten keine neuen Ölheizungen mehr eingebaut werden sollen, sei dabei ein „wichtiger und grundlegender Schritt“.

Genereller Ausstieg ab 2025

Ebenso wollen sich die Klimareferenten dafür einsetzen, dass der Ersatz von fossilen Ölheizungen durch Heizsysteme mit erneuerbaren Energieträgern auch in der Sanierung zügig und mit Unterstützung von Förderungsinitiativen und Lenkungsmaßnahmen von Bund und Ländern forciert wird. Spätestens 2025 soll ein schrittweiser Ausstieg aus dem fossilen Ölheizungsbestand, beginnend mit Kesseln, die älter als 25 Jahre sind, erfolgen.

Herausfinden, „welche Schrauben gedreht werden müssen“

Im Büro der Tiroler Klimaschutzreferentin Ingird Felipe sieht man die neue Regelung positiv. Man begrüße den strengen Zeitplan, der für die Umsetzung gesetzt wurde und man sei dabei, die notwendigen Schritte zur Umsetzung in die Wege leiten. Zu Beginn gilt es jetzt herauszufinden, „welche Schrauben gedreht werden müssen“, so Pressesprecher Clemens Rosner. Da die dargelegten Pläne mehrere Ressorts betreffen werden, will man als ersten Schritt mit jenen in Kontakt treten. Zudem hoffe man auf eine Unterstützung durch die anderen Landesräte. Rosner geht außerdem davon aus, dass für die Umsetzung der Pläne ein Landtagsbeschluss notwendig sein wird.

27 Prozent in Tirol heizen mit Öl

Den höchsten Anteil an Ölheizungen hat derzeit noch die Steiermark mit insgesamt 150.000 Ölheizanlagen, gefolgt von Oberösterreich mit fast 132.000 und Tirol mit mehr als 128.000 Haushalten. Im Verhältnis zur Anzahl aller Haushalte bedeutet das, dass in Tirol 27 Prozent und in Kärnten und Vorarlberg knapp 21 Prozent aller Haushalte mit Öl heizen, während in Niederösterreich noch 11,7 Prozent, im Burgenland 13,5 Prozent und in Oberösterreich 14,6 Prozent darauf setzen. (APA/TT.com)