Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.04.2019


Bezirk Reutte

Tannheimer Tal erwirtschaftet 14.388 Euro pro Gästebett

Mit 1,16 Mio. Nächtigungen liegt das Tannheimer Tal in Tirol im Mittelfeld. Vollbelegstage und Umsatz katapultieren die Region unter die Top drei.

Im Tannheimer Tal sind die Touristiker auf dem richtigen Weg. Neueste Statistiken weisen Top-Werte für das Hochtal aus.

© TscholIm Tannheimer Tal sind die Touristiker auf dem richtigen Weg. Neueste Statistiken weisen Top-Werte für das Hochtal aus.



Von Simone Tschol

Tannheimer Tal – Obwohl die Sonnbergbahnen auf das Füssener Jöchle in Grän noch voll in Betrieb sind, ist die eigentliche Wintersaison vielerorts gelaufen. „Wenn Ostern so spät ist, ist das für uns besonders schwierig. Keiner glaubt uns die Schneekompetenz, auch wenn die Bedingungen noch super sind“, meint Michael Keller, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Tannheimer Tal, und analysiert mit Genugtuung die in Zusammenarbeit von Tirol Werbung und MCI Tourismus veröffentlichten Daten der Tiroler Tourismusregionen. Diese weisen für das Hochtal in einigen Punkten überraschende Details auf.

Demnach hat die Zahl der Nächtigungen in den letzten fünf Jahren um 13,8 Prozent zugelegt. „Viel eindrucksvoller sind jedoch die Vollbelegs­tage. Hier liegen wir mit 174 auf Platz zwei in Tirol. Nur die Achenseeregion hatte mit 189 noch mehr. Und das trotz bescheidener Mittel“, freut sich Keller und deutet auf das Budget von knapp über 3 Millionen Euro hin.

Aber nicht nur bei den Vollbelegszahlen – auch in Sachen Umsatz pro Bett hat das Tannheimer Tal die Nase ganz weit vorn. Neben Spitzenreiter Kitzbühel Tourismus (18.619 Euro) und der Region Achensee mit 16.845 Euro wurden im Hochtal im Vorjahr prognostizierte 14.388 Euro pro Bett erwirtschaftet. Keller: „Das ist sensationell und liegt zum einen natürlich an den hohen Zimmerpreisen, andererseits aber auch an der Auslastung unserer großen Leitbetriebe.“

Insgesamt 6300 Betten stehen den Urlaubern im Hochtal zur Verfügung. Diese werden zu 86 Prozent von Gästen aus Deutschland belegt. Sechs Prozent der Urlauber kommen aus der Schweiz und zwei Prozent aus Holland. Insgesamt werden pro Jahr 1,16 Millionen Nächtigungen gezählt. 57 Prozent entfallen auf den Sommer, 43 auf den Winter. „Das ist in Tirol eher untypisch“, weiß Keller.

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Wichtigster Erfolgsfaktor für den Tourismus seien die Bergbahnen. Keller: „Wenn die Bahnen stehen, steht fast alles mit.“ Doch diese Zeit ist im Tannheimer Tal begrenzt. Die Bahn aufs Füssener Jöchle ist bis Ostermontag in Betrieb, dann ist eine Woche Pause, und ab 1. Mai startet die Bahn aufs Neunerköpfle den Sommerbetrieb. Keller: „Die Spanne ist recht kurz, und dann ist eben eine Woche weniger los. Das muss man in Kauf nehmen.“

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer des Gastes beträgt 4,3 Tage. Geschuldet ist dies den großen Hotels, die stark auf Wellness setzen. „Diese drücken zwar die Aufenthaltsdauer, denn drei bis vier Tage Wellness sind genug. Gleichzeitig sorgen die Leitbetriebe aber für enorme Auslastung. Das ist ein Für und Wider. Aber die Entwicklung insgesamt ist äußerst positiv“, freut sich Keller.

Die heurige Wintersaison werde dem Hochtal ein leichtes Minus bescheren, glaubt Keller, schränkt aber ein: „Auch nur, weil der letzte Winter so super war.“