Letztes Update am Mo, 06.05.2019 15:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Übernahme-Angebot

Volkswagen will Motorentochter verkaufen, auch Jenbacher angesprochen

Volkswagen trat angebliche schon an potenzielle Interessenten heran, darunter auch den Gasmotorenhersteller Innio Jenbacher.

Volkswagen soll versucht haben Innio Jenbacher seine Motorentochter MAN Energy Solutions "schmackhaft" zu machen.

© GEVolkswagen soll versucht haben Innio Jenbacher seine Motorentochter MAN Energy Solutions "schmackhaft" zu machen.



Wolfsburg, Jenbach – Volkswagen denkt Insidern zufolge über einen Verkauf seiner Tochter MAN Energy Solutions nach. Der Konzern habe damit begonnen, mögliche Interessenten für den Hersteller von großen Schiffsmotoren und Stromgeneratoren anzusprechen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Verkaufsprozess sei aber noch nicht eingeleitet.

Bei den angesprochenen Interessenten handle sich um Unternehmen wie den US-Konzern Cummins, der Diesel- und Gasmotoren herstellt, den finnischen Spezialisten für Kraftwerke und Schiffsmotoren Wartsila, und auch die Firma Jenbacher aus Tirol. „Volkswagen will sehen, was möglich ist“, sagte eine der Personen. Je nach Resonanz könnte ein offizieller Verkaufsprozess noch heuer beginnen. Die Firma könnte auch bei Mitsubishi Heavy Industries, Alfa Laval oder Finanzinvestoren wie EQT, Bain oder Cinven auf Interesse stoßen, meinten die Insider. Volkswagen äußerte sich nicht.

Drei Milliarden Euro

MAN Energy Solutions, die neben großen Dieselmotoren für Schiffe auch Turbolader für die Öl- und Gasindustrie herstellt, gehörte ursprünglich unter dem Namen MAN Diesel&Turbo zur Lkw-Tochter MAN. Sie wurde im Zuge der Vorbereitungen für einen Börsengang der Lkw-Sparte Traton an Volkswagen verkauft. Experten schätzen den Wert von MAN Energy Solutions auf rund drei Milliarden Euro.

Volkswagen überprüft regelmäßig, ob man sich von Randbereichen trennen kann. Der Verkauf des Motorradherstellers Ducati und des Getriebeherstellers Renk war allerdings vor einiger Zeit am Widerstand des Betriebsrats gescheitert. Auch soll es Bedenken bei den Familieneignern Porsche und Piech gegeben haben. (APA)