Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 10.05.2019


Kufstein

Auf den Bayerischen Hof wartet die Abrissbirne

In Kufstein soll ein Billighotel an der Eibergstraße gebaut werden. Die Ruine des ehemaligen Gasthofs wird schon bald verschwinden.

Wartet schon lange auf die Abrissbirne: Der Bayerische Hof direkt an der Eibergstraße soll nun einem Billighotel weichen.

© OtterWartet schon lange auf die Abrissbirne: Der Bayerische Hof direkt an der Eibergstraße soll nun einem Billighotel weichen.



Von Wolfgang Otter

Kufstein — Vielen Kufsteinern ist die Bauruine des Gasthofs Bayerischer Hof an der Eibergstraße schon lange ein Dorn im Auge. Kein Wunder, dass bei der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend Bürgermeister Martin Krumschnabel von einem „großen Wurf nach vielen Jahren" sprach. An diesem Abend ging es nämlich darum, die raumordnerischen Voraussetzungen für den Bau eines Hotels zu schaffen. Eine deutsche Hotelbetriebsgesellschaft möchte hier am Wirtschaftspark Kufstein ein neues Hotel errichten. Es soll 26 Zimmer mit Bad und Kochmöglichkeit erhalten. Zielgruppe, so ist dem Antrag im Gemeinderat zu entnehmen, sind Geschäftsleute, Touristen, Monteure. Im Hotel wird es keine Rezeption geben, die Zimmer sind nur online buchbar. So ist auch ein jederzeitiger Check-in und Check-out möglich. Technische Wartung und Putzdienste werden extern von der Firma zugebucht. Angeblich erhalten die Hotels der Gruppe zwischen 8,5 und 10 Punkte auf Bewertungsportalen im Internet. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste beträgt 2,78 Tage.

So sieht der Entwurf des Hotels aus. Die Zimmer sind nur über das Internet buchbar.
So sieht der Entwurf des Hotels aus. Die Zimmer sind nur über das Internet buchbar.
- Otter

Gemeinderat Richard Salzburger (ÖVP) konnte die Begeisterung der restlichen Mandatare nicht teilen. Er kritisierte, dass durch den Betrieb eine Billigkonkurrenz für Hotels in der Innenstadt erwachse. Ja, sogar eine Zweckentfremdung als Stundenhotel stellte er als Befürchtung in den Raum. Auf alle Fälle sei der Betrieb direkt an der Stadteinfahrt „keine gute Visitenkarte".

Dem hielt Stadtrat Stefan Hohenauer (Parteifreie) entgegen, es handle sich um eine seriöse und anerkannte Betreiberfirma. Das Hotel sei ein Gewinn für die Restaurants in der Stadt, „die Leute gehen ja am Abend essen". Der Gemeinderat genehmigte letztendlich mehrheitlich den Antrag.




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