Letztes Update am Mi, 15.05.2019 14:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bilanz

Standortagentur Tirol präsentiert Leistungsbilanz 2018

Die Standortagentur Tirol verhalf Tiroler Unternehmen 2018 zu insgesamt 24,5 Mio. Euro Finanzierungsmittel. Sieben neue Kompetenzzentren lösen Technologieinvestitionen in der Höhe von 22 Millionen Euro aus.

Die Firma Alpex übernahm 2017 die komplette Entwicklung und Fertigung eines Produktionssystems zur Herstellung von Treibstofftanks für eine Trägerrakete.

© ESA / David DucrosDie Firma Alpex übernahm 2017 die komplette Entwicklung und Fertigung eines Produktionssystems zur Herstellung von Treibstofftanks für eine Trägerrakete.



Innsbruck — Die Standortagentur Tirol präsentiere am Mittwoch ihren Tätigkeitsbericht 2018. Die erfreuliche Bilanz: Die Standortagentur Tirol hat im Jahr 2018 mit 460 Beratungen Tiroler Betriebe dabei unterstützt, 24,5 Mio. Euro für die Finanzierung von Wachstumsprojekten einzuwerben. Außerdem lösten sieben neue Kompetenzzentren Technologieinvestitionen von 22 Mio. Euro aus.

Aus dem europäischen Forschungsförderungsprogramm „Horizon 2020" für den Zeitraum 2014 bis 2020 haben Tirols Forschungseinrichtungen und Unternehmen seit Programmstart bis zum Jänner 2019 insgesamt 61,6 Millionen Euro akquiriert, davon gingen unter Beratung durch die Standortagentur Tirol insgesamt 17,1 Millionen Euro bzw. 27,8 Prozent der Mittel an Unternehmen.

Zusammensarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft

„Das Jahr 2018 war sehr zufriedenstellend", erklärte Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP). Das Wirtschaftswachstum habe in Tirol im vergangenen Jahr rund 3 Prozent betragen. „Außerdem hat der Export mit 13,1 Mrd. erstmals die 13 Mrd. Grenze überschritten", zeigte sich Zoller-Frischauf erfreut. Sie rechne damit, dass es heuer in Richtung 13,5 Mrd. gehen werde.

Im vergangenen Jahr sind mit Hilfe der Standortagentur Tirol sieben neue Kompetenzzentren — das sind mehrjährige Forschungsverbünde von Unternehmen und Forschungseinrichtungen — in Tirol oder unter Beteiligung der Tiroler Wirtschaft bewilligt worden. Über diese werden in den kommenden vier Jahren insgesamt rund 22 Millionen Euro an Technologieinvestitionen ausgelöst, welche gemeinsam von Unternehmen, Bund, Länder und EU finanziert werden. Inhaltlich liegen die Schwerpunkte bei digitalen Technologien, Energieeffizienz, Materialtechnologie und Gesundheit.

„Dass vier der sieben neuen Kompetenzzentren aus dem Jahr 2018 zu digitalen Technologien und deren Anwendung forschen, weist die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft auch als Erfolgsfaktor für die Digitalisierung aus", betonte Zoller-Frischauf.

Innovative Betriebe mit Aussicht auf nachhaltiges Wachstum durch Marktvorsprung seien ebenso die Kernzielgruppe der Standortagentur Tirol bei der Begleitung von Start-ups aus dem Umfeld der Tiroler Hochschulen sowie der Begleitung von Betriebserweiterungen oder -ansiedlungen. In diesem günstigen Wirtschaftsklima setze man jedenfalls weiter auf „Partnervermittlung", sagte der Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, Marcus Hofer. „Wir helfen Tiroler Unternehmen dabei, passende Partner und Netzwerke zu finden, um Innovationen zu ermöglichen", so Hofer. Außerdem begleite man Betriebe sowohl bei der Gründung als auch bei der Ansiedelung und Erweiterung, ergänzte der Geschäftsführer. Insgesamt wolle die Standortagentur Unternehmen dazu bringen, „Innovationsprojekte aufzustellen".

Fokus auf Tiroler Start-ups

Besonders stolz waren die Verantwortlichen diesbezüglich auf ein Tiroler Unternehmen, das von einem kleinständischen zu einem mittelständischen Unternehmen herangewachsen ist. Der Leichtbauspezialist „Alpex Technologies" habe sich mit Hilfe der Standortagentur Tirol erfolgreich in gleich fünf Projekten des Programmes „Clean Sky" um Mittel aus dem Topf „Horizon 2020" bewerben können, so Zoller-Frischauf. In diesem Programm werden technologische Innovationen für eine umweltfreundliche Luftfahrt gefördert.

In Zukunft wolle man auch einen besonderen Fokus auf die Tiroler Start-ups legen, kündigte Hofer an und merkte an: „Schließlich war Swarovski vor rund 120 Jahren auch ein Start-up". Solche „Unicorns" gelte es, „auf den Weg zu bringen", skizzierte Hofer das Bestreben der Standortagentur Tirol. (TT.com, APA)

Programms „Clean Sky“

Die Standortagentur Tirol GmbH ist Teil der Lebensraum Tirol Holding und arbeitet daran, die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Tirol im Einklang mit ökologischen Interessen zu erhöhen. Indem sie Forschung, Innovation und Digitalisierung motiviert und ermöglicht, stärkt sie die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes und seiner Unternehmen zur dauernden Sicherung des Aus- und Aufbaus hochwertiger Arbeitsplätze:
Tätigkeitsbericht 2018

„Clean Sky" fördert technologische Innovationen für eine umweltfreundliche Luftfahrt. Ein Weg dorthin führt über leichtere Bauteile, mit welchen das Gewicht von Flugzeugen gesenkt und darüber der Kerosinverbrauch und Emissionen reduziert werden können. In internationalen Konsortien aus Wirtschaft und Wissenschaft werden Demonstratoren von Komponenten gebaut, die in späteren Airbus Modellen umgesetzt werden sollen: Dabei arbeitet Alpex insbesondere an der Entwicklung von Leichtbaukomponenten im Bereich von Triebwerkstrukturen, Flügel- und Leitwerken, Rumpfschalen sowie Interieur Bauteilen wie Sitzstrukturen und Kabinen-Innenausstattung.


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