Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 18.05.2019


Standort Tirol

Guter Start für den „Beirat Zukunft“

Der angekündigte Beteiligungsprozess nach dem Aus der Liftehe Kühtai-Hochoetz hat begonnen.

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Von Thomas Parth

Haiming, Oetz, Silz – Am Donnerstagabend fand die erste Sitzung des „Beirats Zukunft“ der Oberländer Gemeinden Silz, Haiming und Oetz statt. Vertreter der Bergbahnen, Gemeinden und des Alpenvereins, Hoteliers sowie die Bürgerinitiative von Gerd Estermann waren geladen. Dieser Beirat mit momentan 25 Mitgliedern wurde nach dem Aus der Liftehe von Kühtai und Hochoetz ins Leben gerufen. Vorgestern einigten sich alle Teilnehmer auf den kleinsten gemeinsamen Nenner und damit auf das Ziel des Forums, welches dazu dienen soll, eine „umweltverträgliche, nachhaltige Zukunft der Region“ zu gestalten.

„Schon die Sitzordnung trennte Befürworter und Liftgegner. Aber so konnte man sich wenigstens in die Augen schauen“, meint Gerd Estermann ironisch. Dennoch findet der Petitionsinitiator gegen eine Liftfusion der Skigebiete Kühtai und Hoch­oetz über die Feldringer Seite letztlich lobende Worte: „Über­raschend positiv.“

Ins selbe Horn bläst auch der Betriebsleiter der Bergbahnen Hochoetz und Oetzer Vizebürgermeister, Mathias Speckle: „Alles wunderbar.“ Es habe auch aus seiner Sicht eine sehr sachlich orientierte Gesprächskultur gegeben, in der beide Seiten ihre Argumente vorbringen konnten, und das Wichtigste: „Es geht weiter.“ Die Bergbahnen Kühtai und Hochoetz beauftragten Ulrich Müller von der Agentur Clavis, die Sitzung zu moderieren. Die Agentur hat bereits die www.beirat-zukunft.at-Homepage online gestellt, welche zukünftig auch als Ideen- und Diskussionsplattform dienen soll.

„Unser Wunsch ist es, die Bevölkerung von Beginn an am Meinungsbildungsprozess teilhaben zu lassen, und ihr nicht fertige Projekte vorzusetzen“, hofft Gerd Estermann: „Einer unserer ersten Anträge war die Einbindung der Öffentlichkeit. Die Medien sollen an der nächsten Sitzung teilnehmen dürfen.“ War zunächst noch die Rede von sechs bis acht Sitzungen bis zum Jahresende, einigte man sich darauf, das Zeitlimit etwas lockerer zu nehmen. „Man darf jedoch mit einem Teilergebnis vor dem Winter rechnen“, ist Estermann guter Dinge.

„Wir wollen zu einem Ergebnis kommen, das von einer Mehrheit unserer Bürger getragen wird. Es gilt, den kommenden Generationen eine ökologische und ökonomisch tragfähige Lebensgrundlage zu hinterlassen. Wie sich dieses Ziel am besten realisieren lässt, darüber tauschen wir uns mit offenem Ausgang aus“, so Hansjörg Falkner, Bürgermeister von Oetz, in einer Presseaussendung.

„Man wird über alle Varianten reden müssen, auch über die Nullvariante“, sieht Estermann noch ein gutes Stück Weg vor sich: „Machen wir doch ein Öko-Skigebiet Hochoetz-Kühtai.“