Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 01.06.2019


Bezirk Kufstein

Beliebtes Ausflugsgasthaus in Brandenberg bleibt heuer geschlossen

Keine Betriebsgenehmigung für die Erzherzog-Johann-Klause in Brandenberg. Der Knackpunkt sind die hohen Sanierungskosten.

Das Gasthaus Erzherzog-Johann-Klause kann auch in diesem Sommer nicht geöffnet werden.

© Zoom-TirolDas Gasthaus Erzherzog-Johann-Klause kann auch in diesem Sommer nicht geöffnet werden.



Von Wolfgang Otter

Brandenberg – Wanderer und Biker in Brandenberg werden auch in diesem Sommer in der Erzherzog-Johann-Klause vor verschlossenen Gasthaustüren stehen. Den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) ist es nicht gelungen, das Haus mit einem Pächter offen zu halten. Seit 2016 gibt es keinen regulären Betrieb mehr. 2017 hatte der Verein „Arbeitsmanufaktur SchwarzWeiss“ mit dem Betrieb einer „Nottankstelle“ mit sehr eingeschränktem Angebot eine Wiederbelebung versucht. Bereits 2018 musste das Projekt wegen veränderter Förderungsbedingungen wieder beendet werden. Das Haus wurde dann im Notbetrieb als Anlaufstelle weitergeführt.

„Es hat danach viele, viele Gespräche zur Fortführung des Betriebs mit unterschiedlichen Interessenten gegeben“, teilt ÖBf-Pressesprecherin Pia Buchner mit. „Zuletzt gab es sehr vielversprechend verlaufende Gespräche mit einer potenziellen Pächterin, die nun jedoch leider doch nicht zu einem positiven Abschluss gebracht werden konnten. Trotz allen Bemühens war es nicht möglich, die erforderlichen Betriebsgenehmigungen zu bekommen“, so Buchner gegenüber der TT.

Knackpunkt sind die extrem hohen Kosten für die Sanierung. Das Haus hat viele Jahrzehnte auf dem Buckel. „Es verfügt über keinen Strom und kein Trinkwasser. Es müsste eine UV-Anlage zur Trinkwasseraufbereitung installiert werden, eine Senkgrube errichtet, das Dach erneuert und nach dem letzten Winter die durch den Schneedruck beschädigten Kamine saniert werden, von einer möglichen Innenausstattung Küche, Betrieb etc. ganz abgesehen“, erklärt Buchner. Der geschätzte Sanierungsbedarf beläuft sich laut der Pressesprecherin auf über 1,1 Mio. Euro. Wobei die Bundesforste 2018 bereits 40.000 Euro in die Instandhaltung des Gebäudes investiert haben.

„Ewig schade“, meint der Brandenberger Bürgermeister Hannes Neuhauser. Aber es sei die vergangenen drei Jahrzehnte zu wenig getan worden, was sich nun räche. Er will aber versuchen, ein Interreg-Projekt zu initiieren, denn das Haus sei ein wichtiger Anlaufpunkt. Nur: „Die Bundesforste müssten halt auch Geld in die Hand nehmen“, meint er.

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