Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 01.06.2019


Bezirk Imst

Bauern haben zu kämpfen: „Auf den Almen folgt ein Extrem dem nächsten“

Othmar Juen, Renate Dengg und Rudolf Köll (v. l.) werben für die Milchprodukte aus heimischer und regionaler Landwirtschaft.

© PaschingerOthmar Juen, Renate Dengg und Rudolf Köll (v. l.) werben für die Milchprodukte aus heimischer und regionaler Landwirtschaft.



Anlässlich des Weltmilchtages schwärmten auch heuer wieder die Vertreter der regionalen Landwirtschaft aus, um für den Griff zum heimischen Milchprodukt zu werben. Denn die Bauern, so der Imster Obmann der Landwirtschaftskammer, der Tarrenzer Dorfchef Rudolf Köll, erhalten sowohl Lebens- als auch Erholungsraum. Und ein durchschnittlicher Tiroler Hof würde nicht nur die Familie ernähren, sondern „sichert mindestens drei weitere Arbeitsplätze in der Region". Bezirksbäuerin Renate Dengg ergänzt zur Transparenz in der Lebensmittelproduktion: „Wir erleben gerade bei bäuerlichen Festen, dass sich Konsumenten über eine ehrliche Herkunftskennzeichnung sehr freuen." Und auch in den Schulen sei das Interesse der Kinder sehr groß, wenn sie den Weg vom Gras über die Kuh bis zur Milch erklärt.

Auf der anderen Seite haben die Bauern nicht nur mit dem Milchpreis, der erst am Mittwoch wieder um einen Cent zurückgegangen ist, zu kämpfen. Derzeit ist es die Witterung, die Sorgen macht: „Letztes Jahr hatten wir den frühesten Almsommer, an den ich mich erinnern kann", sagt Köll. Doch würde ein Extrem dem anderen folgen: „Im Hochsommer war es dann zu trocken — weshalb es vielerorts Probleme mit dem Wasser gab." Heuer ist die Situation wieder anders: „Momentan geht noch nichts — in den hochalpinen Alm-Lagen sind wir drei bis vier Wochen zu spät dran." Und auch die Vorweiden liegen noch zwei Wochen zurück. Noch könne man nicht daran denken, das Vieh auf die Almen zu treiben, so Köll.

Das, ergänzt Bezirksbäuerin Dengg, belaste wiederum die Höfe im Tal: Denn somit würden die Futterreserven knapp. „In den Heustadeln gibt es vielfach nur noch Staub", kommentiert Köll zwei schwierige aufeinanderfolgende Jahre. (pascal)