Letztes Update am So, 09.06.2019 07:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wirtschaft im Gespräch

Fauster verkaufte Discountcenter Speedfit, Expansion im Premiumbereich

Alois Fauster betreibt Fitnessstudios im Premiumbereich der Marke Alfa. Er will ein solches Center in Wien eröffnen.

Alois Fauster in seinem Fitnesscenter Alfa in Innsbruck.

© Foto TT / Rudy De MoorAlois Fauster in seinem Fitnesscenter Alfa in Innsbruck.



Sie haben Fitnesscenter der Marken Alfa und Speedfit betrieben. Wodurch unterscheiden sich diese Fitnesscenter?

Alois Fauster: Die Speedfit-Fitnesscenter sind dem Discountbereich zugeordnet. Dort konzentriert man sich auf das Training auf hochwertigen Geräten, für alle Zusatzleistungen muss man jedoch extra bezahlen. Vor etwa drei Wochen habe ich meine drei Speedfit-Standorte in Innsbruck, Neu-Rum und Dornbirn an Fitinn verkauft. Fitinn will nach Westösterreich expandieren und ich wollte mich nicht auf einen langen zermürbenden Konkurrenzkampf einlassen. Ich stehe jetzt Fitinn als Konsulent zur Verfügung. In Innsbruck und Salzburg betreibe ich jeweils ein Alfa-Studio. In rund zwei Jahren möchte ich noch eines in Wien eröffnen, da dort noch Bedarf im Premiumsegment herrscht. Alfa-Fitnesscenter sind hochwertig ausgestattete Studios mit Schwimmbad und Wellnessbereich, die auch Zusatzleistungen wie eine gewisse Grundbetreuung oder beim Start eine Personal-Trainer-Stunde bieten.

Kürzlich verkaufte Alois Fauster seine drei Speedfit-Studios.
Kürzlich verkaufte Alois Fauster seine drei Speedfit-Studios.
- Foto TT / Rudy De Moor

Gibt es keine Fitnessstudios im mittleren Bereich mehr?

Fauster: Doch, diese tun sich natürlich schwer, da sie den gesamten Bereich abdecken wollen, jedoch vom Preis her in der Mitte liegen. Dieser Markt ist schwer umkämpft. Meist handelt es sich um inhabergeführte Anlagen.

Herr Fauster, Sie sind ja auch Sprecher der Fitnessbetriebe in der Tiroler Wirtschaftskammer. Wie hat sich die Branche in den vergangenen Jahren verändert?

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Fauster: Als McFit nach Tirol gekommen ist, hat das den Markt maßgeblich verändert. Dessen Klientel sind hauptsächlich Studenten, davon ein Großteil aus Deutschland. Diese haben wir wegen der so genannten Multitrainierbarkeit alle verloren. Denn als McFit-Kunde kann man in jedem anderen McFit-Studio, also auch in Deutschland, trainieren. Das Mittelsegment ist besonders in der Landeshauptstadt stark umkämpft. Wir, mit dem Alfa im Premiumsegment, heben uns mit dem Pool ab. Alfa spricht Kunden an, die sonst nicht in ein Fitnesscenter gehen würden. Unser Publikum ist etwas älter, im Schnitt um die 40 Jahre. Während im Discountbereich das Durschnittsalter bei 30 Jahren und jünger liegt. Dort ist auch der Frauenanteil etwas geringer als im Premiumbereich.

Worauf führen Sie das zurück?

Fauster: Frauen legen viel Wert auf Ausstattung und Betreuung. Und natürlich ist im Premiumbereich das Publikum etwas gehobener, dafür ist der höhere Preis verantwortlich.

Welche Trends gibt es derzeit im Fitnessbereich?

Fauster: Derzeit boomen Gruppenkurse, die sich speziellen Themen wie dem Rücken oder Abnehmen widmen. Diese Kurse dauern sechs Wochen und werden meist mit Vorträgen kombiniert. Auch das Krafttraining ist wieder im Kommen. Denn laut Studien ist dieses besonders im höheren Alter wichtig für die Muskulatur. Es geht hier nicht um Muskelaufbau, sondern um Vorbeugung des Muskelschwunds.

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Bis vor Kurzem hat Alois Fauster österreichweit fünf Fitnessclubs betrieben. Sie erwirtschafteten zuletzt einen Gesamtumsatz von rund sechs Millionen Euro jährlich. Nun betreibt Fauster nur noch jeweils einen Alfa-Standort in Innsbruck und Salzburg mit je 25 Mitarbeitern.

Alois Fauster war selbst Bodybuilder und machte sein Hobby zum Beruf: 1985 eröffnete er sein erstes Fitnesscenter, seither waren es 36 Center, die er gegründet hat. So gründete er die Discountkette Fitinn, die er jedoch verkaufte. Dann entwickelte er die Discountkette Speedfit. In Tirol betreibt Fauster das Fitnesscenter Alfa in Innsbruck.