Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 11.06.2019


Standort Tirol

Tirols Wirtschaftsklima wird rauer

Der Jobmarkt trotzt dem schwächeren Wachstum, Rekordtief bei Arbeitslosigkeit.

Der Bau gehört zu den größten Wachstumstreibern in Tirol.

© Thomas Boehm / TTDer Bau gehört zu den größten Wachstumstreibern in Tirol.



Innsbruck – Globale Unsicherheiten, wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China oder der Brexit, trüben die Aussichten für die Tiroler Wirtschaft. „Wir rechnen für das Gesamtjahr 2019 mit einem realen Wachstum des Tiroler Regionalprodukts von 1,5 Prozent nach 2,8 Prozent im Vorjahr“, meint Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden Tirol der UniCredit Bank Austria. „Damit liegt heuer das Wachstum leicht über dem erwarteten bundesweiten Anstieg von 1,4 Prozent.“

Die Wachstumsstützen in Tirol seien vor allem die Bauwirtschaft, der Tourismus und der Handel. Die Industrie wird in diesem Jahr vor allem von der konjunkturellen Schwäche der beiden wichtigen Nachbarländer Deutschland und Italien betroffen sein. Deren schwache Wirtschaftsentwicklung hat Auswirkungen auf das Exportwachstum – etwa 40 Prozent der Tiroler Ausfuhren gehen in diese zwei Länder. Sappl erwartet ein schwächeres Wachstum „auf etwa zwei Prozent“.

Positiv ist die niedrige Arbeitslosenquote in Tirol. „Für heuer gehen wir von einem weiterhin starken Rückgang der Arbeitslosenquote auf 4,5 Prozent aus“, meint Sappl und ergänzt: „Damit verzeichnet Tirol das zweite Jahr in Folge die niedrigste Quote von allen Bundesländern.“ (TT)