Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.06.2019


Bezirk Kufstein

Kamingespräch: „Die Rad-WM war noch lange nicht das Ende“

Kamingespräch von Touristikern und Organisatoren in Reith i. A. über die Folgen der Straßenrad-Weltmeisterschaft in Tirol.

Thomas Rohregger (Ex-Radprofi), Markus Kofler (GF TVB Alpbachtal), Josef Margreiter (Tirol Holding), Karsten Migels (Radsport-Moderator) und Andreas Klingler (Rad-WM-Geschäftsführer 2018) diskutierten.

© GrießenböckThomas Rohregger (Ex-Radprofi), Markus Kofler (GF TVB Alpbachtal), Josef Margreiter (Tirol Holding), Karsten Migels (Radsport-Moderator) und Andreas Klingler (Rad-WM-Geschäftsführer 2018) diskutierten.



Reith im Alpbachtal – Tirol als Austragungsort der Rad-WM hat viele Erwartungen übertroffen. Vergangenes Jahr ging das Sportfest der Superlative über die Bühne: zehn Tage spannende Wettkämpfe, jubelnde Massen, keine Zwischenfälle und das Ganze umrahmt von Kaiserwetter. Nun ist der Zauber vorbei. Was nun? Welche Lehren man aus dem Spitzensport zieht und wo das touristische Potenzial im Radsport steckt, das wurde in prominenter Runde in Reith im Alpbachtal diskutiert. Auf Einladung der Tourismusregion Alpbachtal Seenland trafen sich namhafte Vertreter der Rad-WM mit Eurosportmoderator Karsten Migels zum Kamingespräch.

Für Josef Margreiter, Chef der Tirol Holding, liegt der Erfolg im Detail. „Die WM war der Höhepunkt, aber das ist noch lange nicht das Ende“, so Margreiter. Durch die entfachte Begeisterung für den Radsport sei das Fundament gelegt worden. Nun müsse man nachsetzen, gezielte Angebote vermarkten und Veranstaltungen umsetzen. Ziel müsse es sein, mehr Spezialisten in der Hotellerie zu gewinnen. Ein Rundumpaket, das etwa von Massagen bis zum absperrbaren Fahrradkeller, der Waschanlage und der verfügbaren Radwerkstatt reicht, ist Voraussetzung für den Rad-Gast. Tirol sei auf einem guten Weg, viele Initiativen seien bereits umgesetzt.

Welches Potenzial im Radsport liegt, das brachte Karsten Migels auf den Punkt. Der bekannte Eurosport-Moderator sitzt seit 1997 fest im Moderatoren-Sattel der großen Radklassiker. Laut Migels ist der Rennradsport die Formel 1 im Sommersport. Doch es brauche Zeit und viel Engagement, um aus dem Land im Gebirge eine Rennraddestination zu machen. „Tirol sollte auf alle Räder setzen“, meint Karsten Migels. Egal ob Straßenrad, Mountainbike oder E-Bike, das Potenzial sei enorm. Besonders im Bereich der Elektro-Räder sieht der Experte für Tirol eine große Chance. „Dadurch können völlig neue Zielgruppen ­angesprochen werden, die ohne elektronische Hilfe die Tiroler Topographie nicht in Angriff nehmen würden“, so Migels.

Mit dem WM-Startort Rattenberg sei dem TVB Alpbachtal Seenland auch budgetär eine Punktlandung gelungen, war zu hören. Neben vielen bereits realisierten Projekten, wie etwa dem Pumptrack, Streckenbeschilderungen, einer mobilen Fahrrad-Werkstatt, Rad-Veranstaltungen und der Teilnahme als Startort bei der „Tour of the Alps“, will man auch in Zukunft das Rad am Laufen halten. „Im Oktober werden wir erstmals eine E-Bike-Gaudi-Tour veranstalten, bei der Genuss mit allen Sinnen angeboten wird“, verriet Markus Kofler, Geschäftsführer von Alpbachtal Seenland Tourismus. (TT, gg)




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