Letztes Update am Di, 11.06.2019 14:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Energiewende

IKB nimmt neue „Power-2-Heat-Anlage“ in Betrieb

Die IKB hat die erste große Power-2-Heat-Anlage in Innsbruck realisiert. Der Erdgasverbrauch könne dadurch um 1eineMillion kWh pro Jahr reduziert werden

Bürgermeister Georg Willi mit den beiden IKB-Vorständen Helmuth Müller und Thomas Pühringer (re.)

© IKBBürgermeister Georg Willi mit den beiden IKB-Vorständen Helmuth Müller und Thomas Pühringer (re.)



Innsbruck – Das Hallenbad Amraser Straße seit Kurzem über eine so genannte Power-2-Heat-Anlage beheizt. Das Projekt wurde im Rahmen des Innsbrucker SINFONIA-Programms umgesetzt. Dabei wird Überschussstrom aus dem Stromnetz in Wärme umgewandelt und zum Heizen der Schwimmbecken, für das Warmwasser in den Sanitäranlagen und die Gebäudebeheizung verwendet. Die IKB hat rund 700.000 Euro investiert.

Mit ihren zahlreichen Zukunftsprojekten sei die IKB ein wichtiger Treiber der Energiewende in der Landeshauptstadt. „Die Adaptierung des Heizsystems im Hallenbad Amras ist ein nächster, kleiner Schritt auf dem Weg zu einem klimafreundlichen Innsbruck“, betonte Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi in einer Aussendung am Dienstag. Die neue P2H-Anlage ersetzt eine von zwei bisherigen Gaskessel-Anlagen. Durch die Umstellung können 250 Tonnen CO2 eingespart werden. Das entspreche dem jährlichen Verbrauch von 80 Einfamilienhäusern.

Wärme aus Überschussstrom

Das IKB-Hallenbad im Olympischen Dorf wird bereits seit 2017 mit umweltfreundlicher Abwärme aus der Kläranlage Roßau versorgt. Im Freibad Tivoli wurde eine Wärmepumpen-Anlage für das Beheizen der Schwimmbecken installiert. „Als regionaler Energieversorger wollen wir hier mit gutem Beispiel vorangehen. Alles redet über den Klimaschutz, wir tun“, so IKB-Vorstandsvorsitzender Helmuth Müller. Es handele sich hier zugleich um die erste Power-to-Heat-Anlage dieser Größe in Innsbruck.

P2H verwendet Überschussstrom aus dem Stromnetz, um Wärme in einem Pufferspeicher von 80.000 Litern Wasser bereitzustellen. Das erhitzte Wasser wird in Form von Wärme abgegeben. Man könne sich die Power-2-Heat-Anlage im Grunde als überdimensionalen Wasserkocher vorstellen, erläuterte IKB-Vorstandsdirektor Thomas Pühringer. Diese neue Technologie ermögliche dabeu nicht nur die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Quellen, die IKB leiste damit zusätzlich einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes.“

Heizkostenreduktion

Durch die neue Power-to-Heat-Anlage könne im Hallenbad Amraser Straße der Erdgasverbrauch um 1 Million kWh pro Jahr reduziert werden. Eine Gas-Kesselanlage stehe künftig noch als Backup-Lösung bereit, falls nicht genügend Überschussstrom bzw. Wärme im Pufferspeicher zur Verfügung stünden, so die IKB in ihrer Aussendung. Die Heizkosten würden ebenfalls durch die neue Anlage reduziert werden. (TT.com)