Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 15.06.2019


Osttirol

Osttirol und das “Zukunftsranking 2019“: Infos aus erster Hand

Wie Osttirol im „Zukunftsranking“ eines Consulting-Büros abschnitt, ist seit Wochen Thema. Nun kam die Geschäftsführerin persönlich nach Lienz.

Gerlinde Pöchhacker-Tröscher vom Consulting-Büro, das die Studie erstellte, kam nach Lienz.

© OblasserGerlinde Pöchhacker-Tröscher vom Consulting-Büro, das die Studie erstellte, kam nach Lienz.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Eigentlich ist das Ergebnis überaus erfreulich: Der Bezirk Lienz ist dynamisch, die Abwanderung ist eingebremst, es gibt eine hohe Dichte an Arbeitsplätzen. All das bescheinigt den Osttirolern das „Zukunftsranking 2019“, erstellt von der Pöchhacker Innovation Consulting GmbH. Das private Unternehmen mit Sitz in Linz beschäftigt sich mit Fragen zu Wirtschaft, Forschung und Innovation. Im Zukunftsranking werden Daten der 94 Bezirke in Österreich verglichen und gewichtet. Das ergibt eine Rangfolge.

Auf Einladung der Lienzer Sparkasse kam Gerlinde Pöchhacker-Tröscher, geschäftsführende Gesellschafterin der GmbH, persönlich nach Lienz, um in allen Details auf das Ergebnis für Osttirol einzugehen. Das Ranking betrachtet vier Hauptbereiche: Demografie, Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Innovation sowie Lebensqualität. Und es war Letzterer, der die Zuhörer besonders zur Diskussion anregte. Denn im Gegensatz zu den anderen drei Hauptbereichen liegt Osttirol bei der Lebensqualität weit hinten: auf Platz 64 unter den 94 Bezirken.

„Würde man Passanten auf dem Lienzer Hauptplatz nach ihrer Meinung befragen, wäre das Ergebnis umgekehrt: Sie würden die Wirtschaftslage Osttirols sicher viel schlechter bewerten als die Lebensqualität bei uns“, meint dazu Sparkassendirektor Martin Bergerweiß.

„Das nicht so gute Ergebnis in diesem Feld ist darin begründet, dass es hohe kommunale Schulden gibt und die Zahl der Kindertagesstätten zurückgegangen ist“, antwortet Gerlinde Pöchhacker-Tröscher darauf. Und: Die Kriminalität ist vergleichsweise hoch. „2017 gab es in Osttirol 34,19 Straftaten pro tausend Einwohner“, erklärt die Expertin. „Zum Vergleich: Der Bezirk Zwettl hat den niedrigsten Wert Österreichs mit 20,16 Straftaten pro tausend Einwohner.“




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