Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.07.2019


Bezirk Kufstein

Weiter Steinabbau im Wörgler Naherholungsgebiet geplant

Im Lahntal sollen nochmals 2,8 Millionen Kubikmeter Gestein abgebaut werden. Firma verspricht keine Verschlechterungen.

Die Maschinen sollen sich bei Wörgl-Lahntal noch weiter in Richtung Süden in den Berg hineingraben.

© OtterDie Maschinen sollen sich bei Wörgl-Lahntal noch weiter in Richtung Süden in den Berg hineingraben.



Von Wolfgang Otter

Wörgl – 2002 sorgte das Projekt des Steinbruchs im Ortsteil Lahntal für einigen Wirbel in der Stadtpolitik. Obwohl die damals sehr aktive Umweltplattform und viele Wörgler gegen die Weiterführung des Abbaus waren, unter anderem, weil das heutige Landschaftsschutzgebiet Filz und das Naherholungsgebiet an seinem Fuße liegt, hat die Stadt zugestimmt. In der Annahme, dass man überhaupt nichts dagegen machen könne, wie es damals von vielen Mandataren hieß. Was sich als falsch he­rausstellte. Nun liegt das Thema neuerlich auf dem Tisch der Gemeindevertreter. Für manche etwas überraschend, denn erst bei der jüngsten ­Gemeinderatssitzung erhielten sie angeblich genauere Informationen. Wobei die Präsentation der Pläne nicht einmal auf der Tagesordnung stand.

Demnach plant die Firma Mineral Abbau GmbH, Teil des Strabag-SE-Konzerns, in der Wörgler Peripherie 50 weitere Jahre abzubauen. „Aber nur in Richtung Süden“, wie Planer Markus Ramler den Gemeinderäten erklärte.

Nach Westen und Osten sei eine Ausbreitung aus geologischen Gründen nicht möglich. Daher wird man Richtung Wildschönau bis hin zum oberhalb des derzeitigen Abbaugebiets verlaufenden Wanderweg graben – und das in großem Ausmaß: Auf 3,7 Hektar sollen von einer Seehöhe von 830 bis 680 Meter 2,8 Millionen Kubikmeter Material abgebaut werden. Zum Vergleich: Bislang sind rund 1,5 Millionen Kubikmeter gewonnen worden. Zur Aufschließung des Gebiets wird ein knapp einen ­Kilometer langes Rampensystem errichtet werden, wie Ramler erklärte. Die Bauzeit dafür betrage zweieinhalb Jahre und soll gleichzeitig zum laufenden Betrieb erfolgen. Der Abbau der Erweiterungsfläche wird dann von oben nach unten in zehn Meter umfassenden Scheiben mit einer Etagenhöhe von zehn Metern erfolgen.

Markus Ramler beteuerte gegenüber den Mandataren, dass es für die Wörgler keine Verschlechterung durch die Arbeiten geben werde. Geplant ist der Materialtransport – wie bislang – über einen Sturzschacht, der 250 Meter lang wird. Der Planer spricht von maximal einer Sprengung pro Tag. Auch an der Verkehrssituation werde sich nichts ändern. So wie bisher sollen 20 bis 30 Lkw zum Abtransport fahren, und was Staub und Lärm anbelangt, gibt es laut Firma keine ­signifikanten Verschlechterungen.

Entscheidung ist noch keine gefallen. Aber laut einer ersten Anfrage der Mineral Abbau GmbH beim Land Tirol sei keine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig.

„Es war nur eine erste Information“, betonte Bürgermeisterin Hedi Wechner. „Es gibt sicher noch mehrere Gespräche darüber“, verspricht die Bürgermeisterin. Ob die Mandatare für den Abbau sind oder nicht, war bei der Sitzung noch nicht Thema. Ihre Anfragen bezogen sich nur auf technische Details.