Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.07.2019


Standort Tirol

„Regionalität ist mehr als ein Hype“

85 Prozent der befragten Tiroler achten bei einem Einkauf auf die regionale Herkunft der Produkte.

Gremialobmann Stefan Mair, Sabine Beinschab (Research Affairs) und Simon Franzoi (WKT; v. l. n. r.).

© WirtschaftskammerGremialobmann Stefan Mair, Sabine Beinschab (Research Affairs) und Simon Franzoi (WKT; v. l. n. r.).



Innsbruck – Eigentlich sei die Studie genau so ausgefallen, wie er es sicher erwartet habe, erklärte Stefan Mair, Gremialobmann des Tiroler Lebensmittelhandels in der Wirtschaftskammer. „Regionalität erzeugt ein positives Bild beim Konsumenten.“ Zudem habe sich bestätigt, dass Tiroler sehr bewusst regionale Lebensmittel wählten. Allerdings werde „regional“ oft mit „bio“ gleichgesetzt. Da bestehe jedoch ein klarer Unterschied, betont Mair.

Für die Studie hat Sabine Beinschab von Research Affairs zwei Gruppendiskussionen – in Landeck und Innsbruck– durchgeführt, „um herauszufinden, wie die Tiroler denken“. 500 Personen wurden daraufhin interviewt. Eines sei klar: „Regionalität ist mehr als ein Hype.“ 85 Prozent der Befragten achten beim Einkauf auf Regionalität, das ist der vierte Platz nach Qualität, Geschmack und Gesundheit. Besonders gerne aus der Region eingekauft werden Eier (91 Prozent), Gemüse (88 Prozent), Milchprodukte (84 Prozent) und Fleisch (82 Prozent). Trotzdem sei Regionalität nicht abgrenzbar in Kilometern. Für Beinschab hat sich in der Umfrage aber klar gezeigt: „Je näher, desto besser.“ „Diese Produkte werden zwar auch gerne direkt beim Bauern oder auf den vielen Tiroler Wochenmärkten gekauft, jedoch wird der Großteil der Einkäufe im Alltag in den Supermärkten erledigt“, erklärt Mair.

Eine kleine Rolle spielt hingegen laut Studie Regionalität bei Getränken, Fertiggerichten, Süßigkeiten und Naschereien. Dass die Umweltbelastung bei regionalen Produkten durch die kürzeren Transportwege geringer sei, werde aber ganz klar als großer Vorteil begrüßt. Das Hauptmotiv für den regionalen Einkauf sei „soziale und gesellschaftliche Verantwortung“.

Einen klaren Auftrag für den Handel sieht Mair darin, „regional“ und „bio“ eindeutiger darzustellen. Ein neues Gütesiegel sei aber nicht geplant. Beinschab kann sich aber vorstellen, dass mit Zunahme der Digitalisierung QR-Codes die Herkunft von Produkten deutlich machen könnten. Mair sieht jedenfalls den Handel gefordert. (ver)