Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 31.07.2019


Bezirk Schwaz

“Unterer Tuxbach“: Wassereintritte im Tunnel verlängern Bauphase

Das Kraftwerksprojekt „Unterer Tuxbach“ des Verbund Konzern wird heuer nicht fertig gestellt. Mehr Betonauskleidung als geplant ist nötig.

Der Stilluppspeichersee. Hier herauf wird das Wasser aus dem Unteren Tuxbach über eine insgesamt 8,6 Kilometer lange Tunnelleitung durch die Berge transportiert.

© VerbundDer Stilluppspeichersee. Hier herauf wird das Wasser aus dem Unteren Tuxbach über eine insgesamt 8,6 Kilometer lange Tunnelleitung durch die Berge transportiert.



Von Angela Dähling

Tux, Ginzling – Es war eine Rechnung mit einigen Unbekannten und so ganz ging sie daher nicht auf, die Bauzeitplanung für das Projekt „Unterer Tuxbach“ des Verbund Konzern.

Bei der Andrehfeier des Monika-Stollen in Ginzling im September 2017 war von zwei Jahren Bauzeit die Rede. Demnach müsste die rund 8,6 km lange Stollenverbindung zwischen dem Tuxbach in Vorderlanersbach und Ginzling im Bereich Karlsteg sowie die Verbindung unter dem Zemmbach bis zum Stilluppspeicher kurz vor der Fertigstellung stehen. Marco Fiegl vom Verbund Konzern erklärt auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung, dass zwar im Mai der Durchschlag stattfand, aber mit einer Inbetriebnahme erst 2020 gerechnet werden könne.

„Es müssen rund 1000 Meter mehr Innenschacht mit Beton ausgekleidet werden als anfangs geplant“, erklärt er. Die bei der Andrehfeier geäußerten Befürchtungen von Wassereintritten aufgrund der Geologie traten tatsächlich ein. Daher müssen nun einige zusätzliche Bereiche ausbetoniert werden, schildert Fiegl. Und das wirkt sich auf die Bauzeit aus. Derzeit sei man zudem mit dem Bau eines Zugangsportals auf Tuxer Seite beschäftigt, danach müsse ein Düker im Bereich Karlsteg gebaut werden.

Rot markiert sieht man die in Bau befindliche Überleitung des Unteren Tuxbaches nach Ginzling und weiter zum Stilluppspeicher.
Rot markiert sieht man die in Bau befindliche Überleitung des Unteren Tuxbaches nach Ginzling und weiter zum Stilluppspeicher.
- Verbund

Verbund-Pressesprecher Wolfgang Syrowatka ergänzt, dass Anlageteile fertig gestellt, überprüft und getestet werden müssen.

Das 60-Mio.-Euro-Projekt ist das Nachfolgeprojekt für die Kraftwerksanlage Tuxbach in Finkenberg. Im dortigen Kraftwerkhaus Bösdornau wird nur noch ein Maschinensatz mit dem Wasser des Zemmbachs betrieben, um den Eigenbedarf der Kraftwerke zu decken und im Falle großflächiger Stromausfälle die Stromversorgung überregional wieder herzustellen. „Die bisherige Stilluppbachfassung ist bereits stillgelegt und das Wasser unterhalb des Staubeckens rinnt nun 1:1 heraus. Damit führt der Stilluppbach deutlich mehr Wasser als vorher“, informiert Marco Fiegl.

74 Mio. Kilowattstunden Wasserkraftstrom sollen über das neue Projekt erzeugt werden. Die Stadtwerke Schwaz sind daran beteiligt. Sie leisteten einen Bauzuschuss und erhalten dafür 90 Jahre lang eine gewisse Menge Strom.