Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.08.2019


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Alternative zu online: Erste easy-Apotheke Österreichs eröffnet in Jenbach

Schon 2005 wurde um einen neuen Apothekenstandort in der Jenbacher Austraße angesucht. Nach vielen Einsprüchen soll Anfang des nächsten Jahres dort die erste easy-Apotheke Österreichs eröffnet werden.

Neuland in Österreich wird in Jenbach mit einer easy-Apotheke beschritten. Zur Eröffnung soll es Anfang des nächsten Jahres kommen.

© ZwicknaglNeuland in Österreich wird in Jenbach mit einer easy-Apotheke beschritten. Zur Eröffnung soll es Anfang des nächsten Jahres kommen.



Von Walter Zwicknagl

Jenbach – Schon im Jahr 2005 suchte der Jenbacher Pharmazeut Dieter Glötzer, der die Karwendel-Apotheke führt, um einen Apothekenstandort in der Austraße an. Gleichzeitig kaufte er dort auch ein entsprechendes Grundstück. Dann hieß es warten: Erst 2015 kam die Projektgenehmigung durch den Verwaltungsgerichtshof – in dritter Instanz. „Dass da manche keine Freude haben, war mir von Anfang an bewusst“, erinnert sich Glötzer an Widerstände aus der Branche, die auszuräumen waren. „Im Auge hatte ich aber immer das deutsche Shop-Konzept, das für mich eine Antwort auf die Internetgeschichte ist, die sich immer mehr ausbreitet“, stellt er trocken fest.

Bis dato gibt es in Jenbach zwei Apotheken. Mit regulären Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetikartikeln will er seine „easy-Apotheke in der Au“, wie der Name sein soll, ausstatten. „Alles in allem werden es an die 11.000 Artikel sein, die im Sortiment sind“, berichtet der Pharmazeut. Heute würden bereits zwölf bis 14 Prozent des Gesamtmarktes von nicht rezeptpflichtigen Arzneimitteln per Internet an den Kunden gehen, betont er. In Deutschland gebe es bereits 130 easy-Apotheken, in Österreich wäre die künftige Jenbacher Apotheke die erste. Und er verweist auf die Ersparnis für die Kunden, die er mit durchschnittlich 15 bis 20 Prozent beziffert. „Für mich ist das die einzige Antwort, wenn eines Tages die Niederlassungsfreiheit kommt“, sagt Glötzer. Das Geheimnis des Erfolges sieht er in einer diskonterähnlichen Shop-Einrichtung, in der der Kunde Zugriff auf alle rezeptfreien Artikel hat, einem vollautomatisierten, verkleinerten Lager sowie Personaleinsparungen.

Mit dem Bau des Hauses hat Glötzer im April 2018 begonnen. Die Übergabe soll Ende Oktober erfolgen, Eröffnung ist im Jänner oder Februar 2020 geplant. Im Parterre soll der Apothekenbereich angesiedelt werden, im ersten Stock wird Platz für die Ordination eines praktischen Arztes und einen Physiotherapeuten geschaffen. Im zweiten Stock könne ein Kosmetikstudio einziehen. Mehr als 30 Parkplätze und zwei Ladestationen für E-Autos werden zur Verfügung stehen. „Davon sind acht Parkplätze überdacht“, sagt Glötzer. Auch einen Imbissstand sehe das Gesamtkonzept vor.

„Es war ein schwieriger Weg bis zur Errichtung des Objektes, denn es gab viele Einsprüche aus vielen Ecken. Aber das muss man einfach aushalten, wenn es um Neuland geht“, legt der Pharmazeut nach.

In ganz Österreich gibt es derzeit an die 1370 Apotheken, in Tirol sind es 120.