Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 14.08.2019


Bezirk Imst

Lange Hüttensperre nicht nur wegen kurzer Bauzeit

Die Anhalter Hütte der Imster Partnerstadt Rottweil ist gesperrt. Die Bauarbeiten verzögern sich allerdings – sie sollten bis 2021 dauern.

Am 22. September des Vorjahres wurde die Hütte dichtgemacht. So mancher Wanderer – so hat es auch auf diesem Bild den Anschein – wurde von der Schließung vor Ort überrascht.

© KienelAm 22. September des Vorjahres wurde die Hütte dichtgemacht. So mancher Wanderer – so hat es auch auf diesem Bild den Anschein – wurde von der Schließung vor Ort überrascht.



Von Alexander Paschinger

Imst, Rottweil – Seit dieser Saison ist sie geschlossen – die Anhalter Hütte am Hahntennjoch auf Imster Gemeindegebiet. Kein Versorgungsweg und keine Materialseilbahn führen auf diese Schutzhütte der Lechtaler Alpen, die 1912 erbaut worden ist. Wanderer in diesem Gebiet sind derzeit bestens beraten, den montierten Hinweis zu beachten, dass es oben weder Ausschank noch Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Die Sperre wird noch lange dauern – immerhin steht bis 2021 eine Generalsanierung an. Aber seit den ersten Arbeiten nach Saisonschluss im letzten Herbst ist nicht viel passiert. „Die Ausschreibungen brachten kein tragfähiges Ergebnis“, berichtete der Schwarzwälder Bote über die Hauptversammlung des DAV Sektion Oberer Neckar in Rottweil vom März. Und während die DAV-Sektion in einer eigenen Aussendung im Juli des Vorjahres noch von einem Zwei-Millionen-Euro-Projekt sprach, war bei der Hauptversammlung bereits von 3,3 Millionen Euro die Rede.

Die gut 5000 Mitglieder der DAV-Sektion beschlossen 2018 noch einstimmig, pro Mitglied 40 Euro „Hüttenbatzen“ pro Jahr aufzubringen – wobei dieser jeweils bei der jährlichen Hauptversammlung bestätigt werden muss. Auch heuer fand die Sonderfinanzierung noch eine breite Mehrheit. Überhaupt zeigt sich der erste Vorsitzende der DAV-Sektion, Rudolf Mager, begeistert über den Zusammenhalt innerhalb seiner Sektion. Denn der Einsatz seiner DAV-Mitglieder ist groß: Mit einer „Hüttenzeit“ übernehmen sie ab 2020 die Versorgung der Arbeiter während der Bauarbeiten und reduzieren mit Erledigungen die Heli-Flüge. Die Suche nach den Freiwilligen, die sich jeweils eine Woche in den Dienst der Sache stellten, war jedenfalls nicht schwer. Schwer genug und aufwändig sind die Arbeiten hoch oben aber allemal und auf nur 25 Wochen im Jahr beschränkt. Das Material muss per Hubschrauber angeliefert werden.

Die Generalsanierung geht auch Hand in Hand mit einem Wechsel in der Hüttenführung. Denn die bisherige Chefin auf der „Anhalter“, Carmen Kathrein, verabschiedete sich nach 25 Jahren in den Ruhestand. Die Anhalter Hütte ist übrigens ein wichtiges Bindeglied in der Städtepartnerschaft zwischen Imst und Rottweil: Ursprünglich von der DAV-Sektion Anhalt -Dessau errichtet, ging sie aufgrund der innerdeutschen Grenze auf die Sektion Oberer Neckar über. Daraus entwickelte sich dann auch die lebendige Städtepartnerschaft.