Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.08.2019


Bezirk Imst

Der Tourismus bangt um Mitarbeiter

Gerade für den Tourismus fordert TTV-Präsident Josef Falkner die Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter nach dem Schweizer Modell.

© PaschingerGerade für den Tourismus fordert TTV-Präsident Josef Falkner die Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter nach dem Schweizer Modell.



Man müsse den Arbeitsmarkt der Wirtschaft anpassen, ist der Präsident der Tiroler Tourismus Vereinigung (TTV), der Sölder Hotelier Josef Falkner, überzeugt. Denn „wir locken die Gäste her in unser Land — und wenn sie dann da sind, sind wir nicht in der Lage, die Gäste zu bedienen", nimmt er Bezug darauf, dass so mancher Beherbergungsbetrieb das angeschlossene Restaurant aufgrund Personalmangels zusperren müsse. Es müsste an mehreren Schrauben gedreht werden, so Falkner.

Als Erstes fordert er, bei der Zumutbarkeit genauer hinzuschauen. Es brauche sowohl Änderungen bei den zumutbaren Entfernungen als auch bei kurzfristigeren Beschäftigungen. Ein besonderer Dorn im Auge sind ihm die „Wiedereinstellungszusagen" — wodurch potenzielle Mitarbeiter viele Wochen stempeln würden. Auch das „Zwischenparken in AMS-Schulungen" müsse „dringend angegangen werden".

Auch Falkner bricht eine Lanze für Asylwerber, die eine Lehre machen und plötzlich abgeschoben werden sollen — „so etwas geht den Leuten nicht in den Kopf hinein". Es brauche Lösungen, mit denen der Arbeitsmarkt bedient werden könne. „Wünschenswert", sagt er, „wäre gerade bei Kroaten und anderen Staaten, wo es um Kontingente geht, das Schweizer Modell." Demnach würden solche Mitarbeiter so lange im Land bleiben dürfen, wie ihre Arbeitsgenehmigung gültig ist.

Die Möglichkeit des Zwölf-Stunden-Tages begrüßt er, Zimmerstunden sollten zur Hälfte als Ruhezeit angerechnet werden und eine geringere Besteuerung könnte höhere Kollektivverträge bringen, hofft Falkner auf entsprechende Rahmenbedingungen durch die Politik. (pascal)




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