Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 22.08.2019


Bezirk Landeck

Bezirk Landeck verlangt Anteil aus bäuerlichem Förderpaket

Nach 2020 sollen die Agrarmittel der EU gekürzt werden. Landecks bäuerliche Standesvertretung ringt um den Erhalt der Berglandwirtschaft.

Almabtriebe stehen im ganzen Bezirk bevor. Bergbauern sehen ihre Zukunft nur dann gesichert, wenn im neuen EU-Förderprogramm "besondere Maßnahmen für Extremgebiete" aufgenommen werden.

© ZangerlAlmabtriebe stehen im ganzen Bezirk bevor. Bergbauern sehen ihre Zukunft nur dann gesichert, wenn im neuen EU-Förderprogramm "besondere Maßnahmen für Extremgebiete" aufgenommen werden.



Von Toni Zangerl

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Tösens, Landeck – Der Bezirk Landeck gilt als österreichweit extremster Bergbauernbezirk. Für die 1430 Betriebe, die zu 99 Prozent im Nebenerwerb geführt werden, endet 2020 die aktuelle EU-Förderperiode. Die Bauern fragen sich: „Wie geht es weiter? Müssen wir zusperren? Oder sollen wir weitermachen, aber wie?“

Allein bei den Direktzahlungen soll Österreich laut Landwirtschaftsministerium jährlich 27,5 Mio. Euro weniger bekommen. Dazu kommt eine Kürzung von 82 Mio. Euro für ländliche Entwicklung.

Bei den bäuerlichen Standesvertretern und Funktionären im Bezirk läuten die Alarmglocken. „Wir müssen alle Hebel in Bewegung setzen, um unsere Betriebe in den Extremlagen abzusichern“, erklären Bezirksbauernobmann Elmar Monz und Bauernbunddirektor BR Peter Raggl gegenüber der TT.

Beim agrarpolitischen Treffen am Dienstag in Tösens: Gastgeber BM Bernhard Achenrainer (3. v. l.) hieß Peter Frank, Maria Förg, Präsident Georg Strasser, Obmann Elmar Monz und Direktor Peter Raggl willkommen.
Beim agrarpolitischen Treffen am Dienstag in Tösens: Gastgeber BM Bernhard Achenrainer (3. v. l.) hieß Peter Frank, Maria Förg, Präsident Georg Strasser, Obmann Elmar Monz und Direktor Peter Raggl willkommen.
- Zangerl

Vor diesem Hintergrund haben die Oberländer Funktionäre gemeinsam mit Österreichs Bauernbundpräsident Georg Strasser am Dienstag in Tösens einen Maßnahmenkatalog präsentiert. Gastgeber war BM Bernhard Achenrainer, der auch zur Besichtigung seines bäuerlichen Betriebs eingeladen hatte.

Monz und Raggl fordern mehr Mittel für Projektförderung, Ausgleichszulage, Österreichisches Umweltprogramm sowie Direktzahlungen. Die Maßnahmen sind im Katalog detailliert aufgelistet und beschrieben.

„Das Paket, das wir für unsere Region einfordern, dient dem Erhalt unserer extremen Berglandwirtschaft“, hob Monz hervor. „Die Erschwernispunkte der Betriebe müssen berücksichtigt werden. Es soll auch Anreize für Viehhaltung geben. Viehhaltung ist wesentliche Grundlage für nachhaltige Bewirtschaftung der Kulturlandschaft.“

Bäuerliche Familien sollen künftig ganzjährig am eigenen Betrieb bleiben können. Zur Absicherung ihrer Lebensgrundlage soll die bereits erfolgreich angelaufene Vermarktung regionaler Erzeugnisse ausgebaut werden. „Die Vermarktungskooperationen mit dem Krankenhaus Zams und Seilbahnen sind wegweisend. Bei den Hotelbetrieben sehen wir noch Luft nach oben“, stellt Monz fest. Aktuelle Herausforderungen würden in der Förderung von Beregnungsanlagen, der Engerlingbekämpfung und bei Dürreschäden liegen, sagte Experte Peter Frank, Geschäftsstellenleiter der Bauernkammer Landeck.