Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 24.08.2019


Standort Tirol

Innio Jenbacher und LEC setzen auf grünen Antrieb

Gemeinsam mit dem Grazer LEC-Center forscht Innio Jenbacher daran, Gasmotoren mit regenerativen Kraftstoffen zu betreiben.

eschäftsführer Carlos Lange erwartet schon bald den Antrieb der Jenbacher Gasmotoren mit Wasserstoff oder Methanol.

© eschäftsführer Carlos Lange erwartet schon bald den Antrieb der Jenbacher Gasmotoren mit Wasserstoff oder Methanol.



Jenbach, Alpbach – „Wir werden etwas gegen den Klimawandel tun müssen“, sagt der Geschäftsführer von Innio Jenbacher, Carlos Lange. Innio Jenbacher, vormals GE Jenbacher, ganz früher einmal die Jenbacher Werke, seien aber ohnehin Vorreiter, es werde seit 25 Jahren im Bereich Kraft-Wärme-Koppelung mit dem Large Engines Competence Center (LEC) in Graz kooperiert. Ziel sei die Entwicklung „visonärer Technologien“.

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Diese Entwicklung von möglichst emissionsfreien, effizienten und treibstoffunabhängigen Brennverfahren für Industriemotoren stehe im Fokus der Forschungsarbeit, erklärt Andreas Wimmer, Geschäftsführer des LEC. Doch auch der Verbrennungsmotor ist noch nicht Geschichte, allerdings: „In Zukunft werden Batterie, Brennstoffzelle und Hybridkonzepte wichtiger.“ „Die Zeit drängt“, sagt Wimmer, immerhin habe sich sogar der Marinesektor bereiterklärt, seinen CO2-Ausstoß bis 2050 um die Hälfte zu reduzieren. An einem Motor, der es möglich mache, Frachtschiffe anzutreiben, werde derzeit vom LEC gearbeitet. Bis in zehn Jahren soll dieser Motor dann Realität sein. Im Rahmen des EU-Projekts HyMethShip soll schon 2020 ein CO2-neutral betriebener Schiffsmotor mit 2 MW Leistung am LEC in Testbetrieb gehen. Dabei handelt es sich um einen Jenbacher Gasmotor der Baureihe 6, der entweder zu 100 Prozent mit Wasserstoff oder zu 100 Prozent mit dem Wasserstoffträger Methanol – beides aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen – betrieben werden kann.

Auch das Land Tirol unterstützt diese Forschung. Im Rahmen des COMET-K1-Forschungsprogramms werden Fördermittel in Höhe von 2,4 Mio. Euro bereitgestellt. „Mit der Förderung dieser Forschungskooperation treiben wir nicht nur unser Ziel voran, Tirol bis 2050 aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu befreien, sagt Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf.

So emissionsfrei wie möglich Wärme zu erzeugen, versuchen die Jenbacher schon lange. „Schon heute können wir in unseren Jenbacher Gasmotoren regenerative Kraftstoffe wie Wasserstoff einsetzen. Gemeinsam mit dem LEC entwickeln wir diese Technologie weiter und wollen bis 2021 demonstrieren, dass ein Jenbacher Gasmotor mit bis zu 100 Prozent Wasserstoff oder Methanol betrieben werden kann“, kündigt Carlos Lange an. Derzeit würden 55 Prozent der in deutschsprachigen Ländern installierten Motoren mit Gasen aus erneuerbaren Energiequellen betrieben, mehrheitlich mit Biogas, aber auch mit Wasserstoff-Mischungen.

Innio investiere zudem signifikant in Forschung und Entwicklung und werde ihre Technologieführerschaft auch in der Stromerzeugung auf Basis regenerativer Gase – konkret Wasserstoff und Wasserstoffträger, erzeugt aus überschüssigem Wind- oder Solarstrom und über einen längeren Zeitraum speicherbar – weiter ausbauen.

Denn ebenjene Speicherung von elektrischem Strom sei das Problem beim Umstieg auf erneuerbare Energie. Das LEC will mit regenerativem Wasserstoff, der durch Elektrolyse mithilfe von gerade nicht benötigtem Wind- oder Solarstrom gewonnen wird, eine Rückverstromung möglich machen. (ver)

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