Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 31.08.2019


Bezirk Landeck

Sommer-Bilanz mit Wermutstropfen im Bezirk Landeck

Die Halbzeitbilanz zum touristischen Sommer weist ein Nächtigungsplus von 3,5 Prozent aus. Sprecher Alexander von der Thannen sieht Zimmerpreise „am unteren Limit“.

Das Kinderbergwerk am Schönjoch (bei Fiss) ist einer von vielen Bausteinen der familienfreundlichen Infrastruktur. Diese ist wesentliches Erfolgsrezept der Tourismusregion Serfaus-Fiss-Ladis

© TVBDas Kinderbergwerk am Schönjoch (bei Fiss) ist einer von vielen Bausteinen der familienfreundlichen Infrastruktur. Diese ist wesentliches Erfolgsrezept der Tourismusregion Serfaus-Fiss-Ladis



Von Helmut Wenzel

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Landeck – Mit den Monaten Mai, Juni und Juli ist die erste Halbzeit der Sommersaison geschafft. In der Bilanz stehen 1,19 Millionen Nächtigungen, was einer Steigerung von 3,5 Prozent entspricht. Die Anzahl der Gäste ist auf 400.000 gestiegen (+1,4 Prozent). Dennoch wertet Alexander von der Thannen, Tourismussprecher der Wirtschaftskammer Landeck, die Zwischenbilanz als „durchwachsen“.

Aber vorerst weitere Zahlen und Fakten zum Stichtag 31. Juli. Das Ranking der Top-10-Orte im Bezirk bleibt unverändert. Nächtigungskaiser im Sommer bleibt Serfaus, die Vermieter im Dorf mit der neu eröffneten U-Bahn schafften 204.809 Übernachtungen und damit ein deutliches Plus von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unmittelbarer Verfolger sind die Nachbarn in Fiss, die mit 153.625 Nächtigungen (+4,3 Prozent) den 2. Platz in der Tabelle gefestigt haben. Den dritten Stockerlplatz eroberte Nauders mit 110.685 Übernachtungen. Der Zugewinn von 1,1 Prozent ist etwas bescheidener ausgefallen.

Weniger erfreulich ist das Ergebnis für die Vermieter am Arlberg ausgefallen: Mit 82.136 Nächtigungen bleibt St. Anton zwar auf dem 4. Platz in der Bezirksreihung, muss aber ein Minus von 7 Prozent schlucken. Ebenfalls ein Minus ausgefasst hat das Kaunertal. Die Nummer 5 zählt 67.784 Nächtigungen (-5,1 Prozent). Ischgl hingegen lässt mit 63.284 Übernachtungen und einem Plus von 12 Prozent aufhorchen. In den vergangenen Jahren musste die Nummer 1 im Winter wiederholt ein Minus im Sommer hinnehmen. Im Silvrettadorf soll übrigens ein Führungswechsel beim Tourismusverband bevorstehen. Ried (57.555 Übernachtungen, -0.9 Prozent), Galtür (57.114 Übernachtungen, +4,4 Prozent), Ladis (56.122, +15,3 Prozent) und Pfunds (51.366, -6,4 Prozent) komplettieren die Top 10.

Einen Dämpfer gab es für die Bezirksstadt Landeck, die 25.609 Nächtigungen (-6,6 Prozent) erzielte. Die Nachbarn in Zams halten bei 39.135 Nächtigungen, sie konnten 2,3 Prozent zulegen.

„Gemessen an den Nächtigungen und Ankünften zeigt das Halbzeitergebnis eine positive Entwicklung“, resümierte Sprecher Von der Thannen. „Der Bezirk punktet mit seiner erstklassigen Infrastruktur und den zahlreichen hochwertigen Bergsommerangeboten.“ Doch wie in den Vorjahren ist ihm die Ertragslage im Sommer ein Dorn im Auge: Trotz „All in Cards“ für die Gäste entwickle sich der Sommer „nicht nach unseren Erwartungen“. Weil die Zimmerpreise „am unteren Limit“ liegen würden. Seine Schlussfolgerung: „Hier sind wir alle aufgefordert, ein vernünftiges Preisniveau zu erreichen. Die verschneiten Alpen sind den Gästen im Winter wesentlich mehr wert als die Berge im Sommer.“

Bemerkenswert in der Halbzeitbilanz ist laut Von der Thannen die prozentuell starke Nächtigungssteigerung im Paznaun und in Serfaus-Fiss-Ladis. Das bezirksweite Plus von 3,5 Prozent sei insbesondere auf die deutschen Gäste zurückzuführen. Die Deutschen gewannen das Ranking der Herkunftsländer mit einem Plus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rückgänge habe man aus Israel, Russland, Italien und Südostasien verzeichnen müssen.

„Der touristische Erfolg ist nicht allein an den Nächtigungszahlen zu messen“, erklärte der Sprecher. „Ausschlaggebend ist und bleibt die Wertschöpfung der Betriebe und die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Umfeld.“