Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 02.09.2019


Innsbruck-Land

Tiroler Konzept für bayerischen Tourismus

Das Tiroler Planungsbüro Klenkhart & Partner erhielt den Zuschlag für die technische Planung der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf. Ein Konzept der Firma gilt als Blaupause für nachhaltigen Tourismus in Bayern.

Christian Klenkhart und Christian Weiler überzeugten mit ihrem Konzept für die Nordische Ski-WM.

© KlenkhartChristian Klenkhart und Christian Weiler überzeugten mit ihrem Konzept für die Nordische Ski-WM.



Absam, Oberstdorf – Eine Ski-WM ohne Tiroler Beteiligung gibt es weder im sportlichen Bereich noch bei der Planung. Das Tiroler Planungsbüro Klenkhart & Partner hat nach den technischen Gesamtplanungen für die FIS Alpine Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen und 2017 in St. Moritz sowie für die FIS Nordische Ski-WM in Seefeld 2019 nun auch den Zuschlag für die technische Planung der Beschneiungsanlage inklusive eines Naturspeichersees für die FIS Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf erhalten.

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„Ich bin hoch erfreut, dass unser Ingenieurbüro nunmehr binnen zehn Jahren die technische Fachplanung für vier alpine und nordische Großveranstaltungen durchführen darf“, sagt Klenkhart-Geschäftsführer Christian Weiler.

Bei der europaweiten Ausschreibung hat sich das Absamer Planungsbüro mit seinem Konzept für eine nachhaltige Nutzung der geplanten Anlagen gegen zahlreiche internationale Konkurrenz durchgesetzt. So soll der geplante Naturspeichersee in Oberstdorf nicht nur der Wasserbereitstellung für die geplante Beschneiungsanlage im Langlaufzentrum, bei der Skiflugschanze sowie den touristisch genutzten Loipen dienen, sondern künftig auch als Naherholungsraum für Einheimische und Touristen dienen. Dazu werden rund um den See Rast- und Liegeflächen gebaut sowie Flachwasserzonen und Biotope für Amphibien. Noch heuer sollen die Bauarbeiten dazu abgeschlossen werden, damit bereits im kommenden Winter die „WM-Generalprobe“ stattfinden kann.

Gescheitert ist hingegen ein Konzept für die umweltverträgliche und naturnahe touristische Nutzung des bayerischen Tourismusgebiets Mittenwalder Kranzberg, das Klenkhart & Partner gemeinsam mit der Hochschule München erarbeitet hat. Vorgesehen war eine sanfte Modernisierung mit einer ganzjährigen touristischen Nutzung auch abseits des Wintersports. Ein Grundbesitzer stemmte sich aber mit einem Veto dagegen.

Sehr überzeugt hat das Projekt jedoch die bayerische Landesregierung. Diese hat nun Teile der Arbeit als Handlungsempfehlungen für bayerische Kommunen im Hinblick auf „Klimawandelanpassungen“ aufgenommen. Das Beispiel „Touristisches Ganzjahreskonzept“ in Mittenwald dient heute zudem als Entscheidungshilfe für Bürgermeister. (TT)