Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 03.09.2019


Bezirk Imst

Pitztal bekommt in Wenns ein neues Schlachthaus

Ein Wenner Gemeinderatsbeschluss setzt den ersten Schritt zur neuen Vermarktungsstruktur im Pitztal.

BM Walter Schöpf: "Mit dem alten Schlachthaus können wir das nicht realisieren."

© DornBM Walter Schöpf: "Mit dem alten Schlachthaus können wir das nicht realisieren."



Von Agnes Dorn

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Pitztal, Wenns – Auch das Pitztal versucht, regionale Produkte besser zu vermarkten. Der kürzlich gegründete Verein „Pitztal Regional“ mit Magnus Gratl von der GemNova als Koordinator will dafür die Plattform schaffen.

Als ersten Schritt sollen hierbei Fleischprodukte in die Auslage gestellt werden, wie der Wenner Bürgermeister Walter Schöpf erklärt. „Gespräche mit den Bergbahnen, den Ortsbauern, dem Pflegeheim Arzl und der heimischen Bevölkerung haben schon stattgefunden“, berichtet der Dorfchef über den Beginn möglicher Kooperationen.

Um die Vermarktung dem Standard entsprechend voranzutreiben, sei der Neubau des Schlachthauses unabdingbar: „Mit dem alten Schlachthaus können wir das nicht realisieren. Das Funktionsangebot reicht nicht mehr aus. Mit den Hygienestandards sind wir am Limit.“

Eine Sanierung sei zwar wesentlich günstiger, aber aufgrund der Wasserschäden nur ohne Garantie und ohne Förderung machbar. Ein Neubau auf dem jetzigen Standort wäre mit Kosten von einer Million Euro verbunden, die sich die vier Talgemeinden entsprechend ihrer Schlachtmengen der letzten drei Jahre aufteilen würden. Abzüglich der „eventuellen Förderung“ von 30 Prozent, die über das Regionalmanagement abgewickelt werden soll, werden der Gemeinde Wenns dann voraussichtlich 350.000 Euro an Kosten bleiben.

Um sicherzustellen, dass das Schlachthaus nach Neuerrichtung auch finanziell funktioniert, werden zunächst Verträge mit den Bauern und den Kunden abgeschlossen. Der Verein wird bereits am 23. September seine Arbeit bei einer Vorstellungsveranstaltung in Wenns für alle Talgemeinden präsentieren.

„Es wird parallel zum laufenden Betrieb gearbeitet. Im Herbst nächstes Jahr müssen wir schon voll schlachten können“, sieht Schöpf einen sehr engen Zeitplan vor. Inzwischen haben bereits drei der vier Gemeinden jeweils einen einstimmigen Beschluss zur Finanzierung des Schlachthausneubaus getätigt. Jener aus Arzl wird dieser Tage erwartet.