Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.09.2019


Innsbruck-Land

Zweitauto ade: Das Wipptal will die Mobilitätswende

Eine vom Bund geförderte Studie zeigt den Gemeinden zehn Wege, um den selbst verursachten Autoverkehr im Wipptal zu reduzieren.

Die Verkehrswege im Wipptal sind weitläufig. Der Planungsverband möchte die Autonutzung reduzieren.

© CommunalpDie Verkehrswege im Wipptal sind weitläufig. Der Planungsverband möchte die Autonutzung reduzieren.



Matrei a. Br. – Das Zweitauto nicht mehr erforderlich machen – das ist das Motto einer vom Verkehrsministerium geförderten Mobilitätsstudie für den Planungsverband Wipptal. Durchgeführt wurde sie vom Gemeindeentwickler Communalp, der am Dienstagabend in Matrei am Brenner auch die Ergebnisse präsentierte. In Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern, dem TVB sowie dem VVT wurden zehn konkrete Projekte erarbeitet, die Alternativen zum (Zweit-)Auto darstellen. Das ist in einer Region wie dem Wipptal mit seinen weitläufigen Seitentälern gar nicht so einfach, wie auch Projektmanager David Kranebitter weiß. „Etwa jede dritte Person pendelt täglich aus der Region aus, die meisten davon Richtung Innsbruck und per Pkw“, schickt er voraus. „In den Seitentälern stehen kaum adäquate Angebote zur Verfügung, um Verkehrswege zur Gänze ohne eigenes Auto zurückzulegen.“ Die öffentliche Anbindung dieser Täler sei deshalb eine der zentralen Aufgaben für die Region.

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Zu den vorgestellten Projekten gehören etwa ein Anrufsammeltaxi von Matrei nach Navis, ein Wanderbuskonzept für die Seitentäler, (E-)Car-Sharing- und (E-)Bike-Sharing-Angebote, die Elektrifizierung des „Mühxi“- Dorfbusses in Mühlbachl und eine Mitfahrbörse. Durch die Verzahnung der Projekte mit den Bahnhöfen sollen diese künftig als Drehscheiben für die Mobilität im Wipptal fungieren. Nicht zuletzt soll dadurch ein Gegenmodell zur Brenner-Verkehrslawine geschaffen und die Lebensqualität gesteigert werden.

„Wenn wir den Pkw-Verkehr verringern wollen, müssen wir den Bürgern auch Alternativen bieten“, betont Planungsverbandsobmann Alfons Rastner. Die Umsetzung der entwickelten Projekte bewirke „eine echte Mobilitätswende“. Gemeinsam mit dem Land Tirol, dem VVT, der Tirol Werbung, den ÖBB und regionalen Mobilitätsanbietern sollen die vorgeschlagenen Maßnahmen schrittweise umgesetzt werden.

LHStv. Ingrid Felipe sieht das Wipptal auf dem richtigen Weg: „Es braucht regionale Initiativen und das Mitgestalten der Menschen vor Ort, um auch im ländlichen Raum wirklich etwas zu bewegen.“

Zu den Kosten wollte sich Alfons Rastner indes noch nicht äußern. „Das hängt davon ab, welche Projekte wir dann auch tatsächlich umsetzen.“ Der Großteil soll über Förderungen finanziert werden. (dd)