Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.09.2019


Bezirk Reutte

Regionalität bei Lebensmitteln ist für Tiroler ein Kaufkriterium

„Je näher, desto besser“, stellten Simon Franzoi, Andrea Speckbacher und Stefan Mair (v. l.) mit Nachdruck fest.

© Nikolussi„Je näher, desto besser“, stellten Simon Franzoi, Andrea Speckbacher und Stefan Mair (v. l.) mit Nachdruck fest.



Dass die Umweltbelastung durch kürzere Transportwege geringer ist, ist nur logisch und wird ganz klar als großer Vorteil bei einem Einkauf begrüßt. Besonders achten die Konsumenten bei Produkten wie Eier, Gemüse, Milchprodukte, Obst und Frischfleisch auf regionale Herkunft. Die Regionalität eines Produktes ist für Verbraucher ein ganz zentraler Faktor beim täglichen Einkauf. Dies geht aus einer Studie hervor, die kürzlich vom Tiroler Lebensmittelhandel bei Research Affairs Wien in Auftrag gegeben wurde. Demnach ist Regionalität nach Qualität, gutem, authentischem Geschmack und Gesundheit das viertwichtigste Kriterium beim Lebensmitteleinkauf. Die Ergebnisse der Studie präsentierten Stefan Mair, Gremialobmann des Tiroler Lebensmittelhandels, und Simon Franzoi von der Wirtschaftkammer Tirol kürzlich bei Eurogast Speckbacher in der Marktgemeinde Reutte.

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84 Prozent der Befragten gaben an, dass es für sie wichtig sei, beim Kauf von regionalen Produkten in erster Linie heimische Bauern und Produzenten zu unterstützen. „Diese Produkte werden zwar auch gerne direkt beim Bauern oder auf Wochenmärkten gekauft, jedoch wird der Großteil der Einkäufe im Alltag in den Supermärkten erledigt", erklärt Mair. „Aus der Region" bedeute für die Befragten „je näher desto besser". „Auffallend ist, dass insbesondere Marken geschätzt werden, die durch ihren Namen einen Tirol-Bezug herstellen. Hier wird ganz besondere Glaubhaftigkeit unterstellt", ergänzt Franzoi.

Aber nicht nur auf kleinen Wochenmärkten, auch im heimischen Großhandel in Reutte findet sich viele regionale Produkte im Sortiment, wie Äpfel von Tiroler Apfelbauern, Kartoffeln vom Kartoffelkeller Silz, Gemüse aus Thaur und Zwetschken aus Stanz. Käse wird von der Musteralm bezogen, Ziegenkäse aus dem Lechtal und „Lechweg Brettlkäse". Zusätzlich gibt es Spezialitäten wie den Lechtaler Zelten aus der Bäckerei Dengel in Steeg.

„Uns sind fairer Preis, Handschlagqualität, kurze Wege und die Stärkung der Region und der bäuerlichen Strukturen ein großes Anliegen", betont Andrea Speckbacher, Miteigentümerin des alteingesessenen Unternehmens. Besonders beachtenswert sei die Kooperation „Rindfleisch Außerfern". „Voraussetzung ist, dass die Rinder im Bezirk Reutte aufwachsen und auch hier gemästet werden", erklärt die Unternehmerin. „Geschlachtet wird, der kurzen Wege halber, im Schlachthof Ehenbichl." (hni)




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