Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 18.09.2019


Standort Tirol

Plansee pulvert 6 Mio. € in neue Lehrwerkstatt

Die Plansee Group bietet dem Facharbeitermangel die Stirn. In der neuen Lehrwerkstatt werden künftig bis zu 240 Lehrlinge ausgebildet.

Beim Spatenstich gab es nur strahlende Gesichter. Im September 2020 soll die neue Lehrwerkstatt den Betrieb aufnehmen.

© Lisa Immler, Plansee GroupBeim Spatenstich gab es nur strahlende Gesichter. Im September 2020 soll die neue Lehrwerkstatt den Betrieb aufnehmen.



Breitenwang, Reutte – Mit Freude und einer gesunden Portion Nervosität starteten heuer 41 junge Leute bei Plansee und Ceratizit ihre Berufsausbildung. Sie werden in den kommenden Jahren zu Metalltechnikern (Maschinenbau und Zerspanung), Chemielabor-, Werkstoff-, Prozesstechnikern und Informationstechnologen ausgebildet. Das Ausbilderteam der Plansee Group unter Leitung von Christoph Willmann und Schulleiter Bruno Dengg hieß die neuen Lehrlinge – deren weiblicher Anteil mit 30 Prozent konstant hoch ist – willkommen. Personalleiter Stefan Fesl lässt keinen Zweifel daran, dass „die Lehre ein Erfolgsmodell darstellt, um hochqualifizierte Leute für die Wirtschaft auszubilden“. Voraussetzung dafür seien lernwillige Personen. Fesl: „Plansee und Ceratizit werden alles dafür tun, um die Lehrlinge zu unterstützen und bestmöglich zu fördern.“

Ein wichtiger Meilenstein, um die Ausbildung auf höchstem technischen Niveau weiterzuführen, ist gerade erfolgt. Mit einer Spatenstichfeier wurden die Bauarbeiten für die neue Lehrwerkstatt der Plansee Group gestartet. Auf über 3000 m² Fläche werden dort künftig bis zu 240 Lehrlinge in diversen Metallberufen ausgebildet. Sechs Millionen Euro lässt sich Plansee den Bau des zweigeschoßigen Gebäudes kosten. „Wir sehen einen wachsenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften und stellen mit dem Neubau unserer Lehrwerkstatt die Weichen dafür, künftig bis zu 60 Lehrlinge pro Jahr aufzunehmen“, so Plansee-Group-Vorstand Bernhard Schretter. Er stellt klar: „Auch künftig bilden wir für den eigenen Bedarf aus.“

Der Zeitplan für den Baufortschritt ist sportlich: Bis Jahresende soll der Rohbau in Holzständerbauweise winterfest sein. Es folgen Innenausbau und die Verlagerung der Maschinen und Anlagen. Zum Start des neuen Lehrjahrs im September 2020 soll die neue Lehrwerkstatt ihren Betrieb aufnehmen.

Gleichzeitig wird auch die Fachberufsschule ausgebaut. Neue Klassen- und IT-Räume sowie Laboratorien für Hydraulik, Pneumatik und Elektrotechnik tragen den wachsenden Schülerzahlen Rechnung. Diese Infrastruktur stellt Plansee auch der neuen HTL für Wirtschaftsingenieurwesen mit Ausbildungsschwerpunkt Betriebsinformatik zur Verfügung.

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Während die Mehrzahl der Lehrlinge derzeit aus dem Außerfern kommt, liegt die Zahl der Lehrlinge aus dem Allgäu aktuell bei zehn Prozent – Tendenz steigend. Alle metalltechnischen Berufe werden komplett am Standort ausgebildet. (TT, fasi)