Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 24.09.2019


Bezirk Landeck

Bauer der Schlossgalerie in Landeck stellten sich den Fragen der Anrainer

Geplanter Baustart der Schlossgalerie ist im kommenden Frühjahr. Während des Felsabtrags wird die L76 für sieben bis zehn Wochen gesperrt.

Gestern beantworteten Experten des Landes Fragen von Anrainern und interessierten Bürgern.

© ReichleGestern beantworteten Experten des Landes Fragen von Anrainern und interessierten Bürgern.



Von Matthias Reichle

Landeck – „Wir sind wegen der zweiten Röhre beim Perjentunnel hellhörig geworden“, erklärte einer der Zuhörer – seine Sorge war, dass der Verkehrslärm auch im Land­ecker Ortsteil Gramlach nach dem Bau der Schlossgalerie besser zu hören sein werde. Eine ganze Gruppe Anrainer, die eine ähnliche Verschlechterung befürchten, war deshalb gestern ins Landecker Rathaus gekommen.

Zwei Experten beantworte­ten einen Nachmittag lang alle Fragen zur geplanten Megabaustelle am südlichen Ortseingang von Landeck – und konnten die Befürchtungen zerstreuen. „Das große Glück ist, dass es überall besser wird“, betonte Robert Zach von der Straßenabteilung des Landes. Eine Lärmbelastung erwartet er aber während der Bauzeit. Für die 720 Meter lange Galerie wird der Fels abgesprengt. „Auch der Baustellenlärm ist zu berücksichtigen“, erklärte Günter Guglberger von der Abteilung Tunnelbau.

Rund 20 Menschen waren gestern der Einladung der beiden Projektplaner gefolgt. Im kommenden Jahr soll der steinschlaggefährdete Bereich der L76 zwischen Landeck und der Fließer Au mit einer 25 Mio. Euro teuren Galerie abgesichert werden. Die Bauzeit dafür beträgt zwei Jahre – „wir schaffen pro Jahr 350 bis 400 Meter“, so Guglberger.

„Muss die Strecke komplett gesperrt werden?“, wollte ein anderer Zuhörer wissen. Während des Baus, der im kommenden Frühjahr starten soll, werde der Verkehr einspurig aufrechterhalten, betonte der Tiefbaufachmann. Trotzdem werde es zwei Totalsperren geben – sieben bis zehn Wochen während des Felsabtrags im Frühjahr und einmal bei Bauarbeiten rund um die markante Felsnase. „Dort sind wir noch am Knobeln“, räumt der Experte ein. Der Verkehr wird in dieser Zeit über den Land­ecker Tunnel umgeleitet.

Eine Umfahrung über Gramlach sei geprüft worden, die Straße ist aber nicht geeignet, eine Brücke über den Inn zu teuer, führte Zach aus.

Für Bürgermeister Wolfgang Jörg war vor allem wichtig, dass während der einspurigen Verkehrsführung die Stehzeiten an den Ampeln nicht zu lang werden. „Das Baubezirksamt hat die Bauaufsicht und ist vor Ort, dann kann man schnell reagieren“, sagt Günther Heppke, Chef des Baubezirks­amtes.

„Gibt es einen Gehsteig in der Galerie?“, fragte ein Zuhörer nach. Es gebe an jeder Seite der Straße künftig einen ein Meter breiten, erhöhten Seitenstreifen. „Ich wüsste aber schönere Plätze zum Spazie­rengehen“, so Zach. „Es ist dort sicher nicht ganz ungefährlich.“

In der kommenden Woche findet nun die straßenrechtliche Verhandlung statt, bei der auch Einigungen mit den Grundeigentümern erzielt werden müssen. Keine großen Probleme erwartet das Land, weil es sich dabei um die Gemeinde Fließ, die Agrargemeinschaft und Waldinteressentschaft Angedair und das öffentliche Wassergut handelt, so Zach. „Wir bauen nicht gegen die Leute, sondern für die Leute.“

Dann werden die naturschutzrechtlichen und wasserrechtlichen Bewilligungsverhandlungen abgewickelt. „Passt mir auf meine Fische auf“, mahnte einer der Anwesenden, das Innwasser in der Bauzeit nicht zu belasten.