Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 26.09.2019


Standort Tirol

230 Tiroler Unternehmen schlitterten in die Pleite

In der Vorwoche wurde u. a. der Konkurs des Restaurants Löwenhaus in Innsbruck bekannt

© Thomas Boehm / TTIn der Vorwoche wurde u. a. der Konkurs des Restaurants Löwenhaus in Innsbruck bekannt



In den ersten drei Quartalen ist die Zahl der insolventen Unternehmen in Österreich mit insgesamt 3760 gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres mit 3773 Fällen gleich geblieben.

In Tirol gab es mit plus 24,3 Prozent (plus 45 Betriebe) die deutlichste Zunahme bei den Unternehmenspleiten. In den ersten neun Monaten des Jahres sind 230 Tiroler Unternehmen in die Pleite geschlittert. Auch im Burgenland (+24 Prozent) und in Salzburg (+16 Prozent) stiegen die Pleiten stark an. In Kärnten bricht die Zahl der Insolvenzen hingegen um über 23 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018 ein.

Für Klaus Schaller, Leiter des KSV1870-Standortes in Innsbruck, ist die deutliche Zunahme an Pleiten in Tirol „ein Schritt in Richtung Normalität". Ein Blick in die Statistik zeige, dass die Insolvenzquote — das ist die Anzahl der Insolvenzen in Relation zur Anzahl der in Tirol aktiven Unternehmen — seit Jahren massiv rückläufig war. Und eine „Situation der fehlenden Marktbereinigung" könne „die zukünftige Wirtschaftskraft einer gesamten Region schwächen". Unternehmen, die „gerade noch so überlebensfähig" seien, hätten nämlich wenig Innovationskraft, analysiert Schaller.

Österreichweit sind die Privatinsolvenzen um sieben Prozent auf 7245 Fälle gesunken. Das sind 39 Fälle pro Gerichtstag. Der KSV rechnet fürs Gesamtjahr mit 9400 Privatinsolvenzen. Das würde einem Rückgang gegenüber 2018 von rund sechs Prozent entsprechen. Die Tiroler Privatinsolvenzzahlen pendeln sich nach zwei turbulenten Jahren wieder auf einem normalen Niveau ein. (APA, TT)




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