Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 02.10.2019


Bezirk Kufstein

Obmann scheidet aus: Das Kufsteinerland ordnet sich neu

Der Tourismusverband Kufstein wählt im November einen neuen Vorstand. Obmann Johann Mauracher scheidet aus. Die Suche nach einer Nachfolgerin bzw. einem Nachfolger hat begonnen.

Wer als Obfrau oder Obmann in die Büros des TVB Kufsteinerland einzieht, wird sich in wenigen Wochen entscheiden.

© OtterWer als Obfrau oder Obmann in die Büros des TVB Kufsteinerland einzieht, wird sich in wenigen Wochen entscheiden.



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Die Nationalratswahl ist geschlagen, auf einer anderen Ebene beginnt ein neuer, etwas anderer Wahlkampf. Die Mitglieder des Tourismusverbands Kufsteinerland werden sich Mitte November zur Jahreshauptversammlung treffen. Turnusgemäß stehen auch Vorstandswahlen auf dem Programm. Und trotzdem wird an diesem Abend nicht alles Routine sein. Nach heutigem Stand der Dinge wird aus privaten Gründen der derzeitige Obmann Johann Mauracher nicht mehr kandidieren.

Er hat in den vergangenen Jahren mit seinem Geschäftsführer Stefan Pühringer den Kufsteiner Tourismus komplett umgekrempelt. Erfolgreich. Die gestiegenen Nächtigungszahlen und die Anerkennung selbst von früheren Kritikern zeigen das. Kongresstourismus und innovative Veranstaltungen, wie die in wenigen Tagen beginnenden Beady Days, die Mauracher geformt hat, haben aus Kufstein eine moderne Tourismusdestination gemacht und die Hotelzimmer gefüllt. Und selbst die anfänglich von Kritikern mit Argusaugen beäugte Erhöhung der Kurtaxe auf zwei Euro wird heute in breiten Teilen der Gastronomie begrüßt.

Es sind also riesengroße Fußstapfen, in die Maurachers Nachfolgerin oder Nachfolger treten müsste. Daher hat auch eine entsprechende Gesprächsdiplomatie im Hintergrund begonnen. Und selbst der Kufsteiner Stadtrat hat das Thema Tourismusobmann bereits behandelt, wie zu erfahren ist. Kein Wunder, muss doch die/der künftige Obfrau/Obmann eng mit der Stadt zusammenarbeiten. Die Stadt und der TVB haben sich auch auf eine gemeinsame Marketingschiene geeinigt und arbeiten in einer Gesellschaft zusammen. Viel Geld von beiden fließt auch in diverse gemeinsame Veranstaltungen.

Eine Kandidatin, die hinter vorgehaltener Hand im Gespräch war, ist wieder aus der Diskussion verschwunden: VP-Landtagsabgeordnete Barbara Schwaighofer aus Niederndorf. Sie habe wegen Unvereinbarkeit der beiden Positionen wieder abwinken müssen. Zudem wollen viele Touristiker möglichst die (Landes-)Politik aus ihrem Verband heraushalten.

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Einer, der aus der Politik kommt und auch als Gastronom erfolgreich war, hat seine Kandidatur bereits angekündigt: Simon Hermann Huber, zuletzt auf der ÖVP-Liste bei den Gemeinderatswahlen und derzeitiger Ersatzgemeinderat in Kufstein, habe gegenüber dem Aufsichtsrat angekündigt, sich für den Job zu bewerben, wie erzählt wird. Das wiederum hat heftigste Diskussionen aufgeworfen. Huber, der in der Stimmgruppe 2 kandidiert, ist nämlich nicht unumstritten.

Daher macht man sich bei der mächtigen Stimmgruppe 1 auf die Suche nach einem Gegenkandidaten. Einige erfolgreiche Gastronomen haben bereits aus verschiedensten Gründen abgewinkt, nun ist eine Frau zur Wunschkandidatin avanciert. Im Gespräch ist die erfolgreiche Ebbser Sattlerwirtin Beate Astner-Prem. Sie soll aber derzeit noch unsicher sein, ob sie den Schritt an die Verbandsspitze machen soll, wie es heißt. Es wird also noch viele Gespräche geben, bis die Nachfolgerin bzw. der Nachfolger für Johann Mauracher gefunden ist.