Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 02.10.2019


Bezirk Imst

„Diamant der Alpen“ setzt auf Carat

Der Piccardsaal von Obergurgl war zu eng geworden, derzeit entsteht ein neues Veranstaltungszentrum: Das „Gurgl Carat“ feierte bereits seine Dachgleiche und soll voraussichtlich im Jänner eröffnet werden.

Fertig gestellt wird das „Gurgl Carat“ bereits Ende des Jahres.

© GemNovaFertig gestellt wird das „Gurgl Carat“ bereits Ende des Jahres.



Von Alexander Paschinger

Obergurgl – Die Baustelle ist unübersehbar. Mitten im Herz der Sölder Fraktion Obergurgl stehen Kräne und Baumaterial. Im Mai wurde am bisherigen Standort des Piccardzentrums mit den Arbeiten begonnen, nun wurde die Dachgleiche gefeiert. „Wir liegen voll im Zeitplan und im Budgetrahmen“, freut sich der TVB-Vorstand und Obergurgler Tourismusunternehmer Lukas Scheiber. Die Fertigstellung sei Ende des Jahres geplant, „die erste Veranstaltung ist der Kinderärztekongress am 20. Jänner“, sagt Scheiber. Wann die Eröffnungsfeier für das „Gurgl Carat“, wie das neue Zentrum heißen wird, stattfindet, könne noch nicht gesagt werden.

Philipp Ribis ist seitens des Ötztal Tourismus für die Neuerrichtung des Veranstaltungszentrums im Herzen von Obergurgl zuständig und durfte auch den Baumeisterspruch anlässlich der Firstfeier vortragen.
Philipp Ribis ist seitens des Ötztal Tourismus für die Neuerrichtung des Veranstaltungszentrums im Herzen von Obergurgl zuständig und durfte auch den Baumeisterspruch anlässlich der Firstfeier vortragen.
- GemNova

Was die Kosten betrifft, so wird seitens der Touristiker mit gut sieben Millionen Euro gerechnet. Die Errichtung stemmen der Ötztal Tourismus, die Gemeinde Sölden sowie das Land Tirol. Die Betreibergesellschaft setzt sich dann zu 50 Prozent aus dem TVB, 26 Prozent Gemeinde und 24 Prozent Universität Innsbruck zusammen. Denn Obergurgl sollte so etwas wie Alpbach im Bereich von Kongressen werden, wenn es nach Scheiber oder TVB-Direktor Oliver Schwarz geht. „Das Gurgl Carat wird ein Event- und Kongresszentrum auf modernstem Niveau“, sagt Schwarz, für Obergurgl werde es ein Ganzjahresthema – „zumindest verfügen wir hier über eine einzigartige Location, die neun bis zehn Monate im Jahr genutzt werden kann“. Damit hebe sich „das Dorf der Denker“ von anderen ab. Schwarz betont in diesem Zusammenhang die Lage am Talschluss, „wo man auch einmal das Smartphone weglegen kann“. Es sei die Abgeschiedenheit, die den Ort auszeichne, aber auch die hohe Qualität von Hotellerie und Gastronomie.

Natürlich kommt der Name „Gurgl Carat“ nicht von irgendwo. Die Touristiker hatten schon lange nach einer Bezeichnung gesucht. Dabei lehnte man sich an den Werbeslogan von Hoch- und Obergurgl als „Diamant der Alpen“ an: Karat ist bekanntlich die Gewichtseinheit von Edelsteinen – und so lag diese Namensgebung nahe.

Auguste Piccard, der 1931 mit seiner Ballonlandung am Gurgler Ferner dem alten Veranstaltungszentrum den Namen gegeben hatte, bleibt Obergurgl freilich erhalten: „Am Platz vor dem Gurgl Carat steht ja das Piccarddenkmal“, erklärt Scheiber, vielleicht werde auch der Platz selbst nach der Umgestaltung dessen Namen tragen. Und auch im Inneren werde „wahrscheinlich“ ein eigener Piccardsaal entstehen, so der TVB-Funktionär.




Kommentieren


Schlagworte